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Cannabis und Morbus Crohn
Autor: Christian Boedefeld 15/12/2017 - 09:17:00

Die weltweit zunehmende Legalisierung von medizinischem Cannabis bringt auch immer mehr brauchbare Studienergebnisse ans Licht. Eines davon ist die Wirkung von Cannabis bei Morbus Crohn. Dass die entzündungshemmende Wirkung Patienten bei der Linderung von Schmerzen hilft und die Lebensqualität erhöht, ist allerdings nichts Neues. Für viele Betroffene ist die Wirkung der Cannabinoide eine wirksame pflanzliche Alternative zu den starken Schmerzmitteln, die bei der Behandlung der chronisch entzündlichen Darmkrankheit eingesetzt werden. 

Was ist Morbus Crohn? 

Morbus Crohn, Crohnsche Krankeit oder auch Crohn Krankheit genannt, zählt zu den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten. Dabei kann nicht nur die Darmschleimhaut entzündet, sondern zum Teil auch tiefere Schichten der Darmwand betroffen sein. Die genaue Ursache der Erkrankung konnte bis jetzt noch nicht abschließend geklärt werden. Da Morbus Crohn jedoch häufig in Familien vorkommt, spielt die genetische Veranlagung wohl eine Rolle. Umweltfaktoren können die Krankheit jedoch begünstigen. So haben Raucher ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. Durch eine Vielzahl verschiedener ungünstiger Faktoren scheint sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper zu richten und ruft im Darm eine dauerhafte Entzündung hervor. 

In den meisten Fällen treten die Symptome das erste Mal in jungen Jahren auf. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Die Crohn‘sche Krankheit tritt in Schüben auf. Typische Symptome der Krankheit sind Durchfall, der mehrere Wochen anhält und krampfartige Bauchschmerzen. Symptome sind jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt und hängen unter anderem davon ab, welcher Teil des Darms von der Entzündung betroffen ist.

Die Behandlung von Morbus Crohn

Ziel der Therapie ist es in erster Linie, den Entzündungsprozess zu unterbinden und Symptome zu lindern, denn vollständig heilen lässt sich die Krankheit nicht. Während eines akuten Schubs nehmen Patienten häufig starke Medikamente wie Cortison oder spezielle Entzündungshemmer ein. Kehren die Schübe immer wieder, müssen Betroffene dauerhaft Medikamente einnehmen, um einen neuen Schub zu verhindern. Ein weiterer Aspekt ist der Mangel an Flüssigkeit und Nährstoffen, die bei länger anhaltendem Durchfall nicht mehr aufgenommen werden können. Diese müssen dann gezielt zugeführt werden.

Cannabis bei Morbus Crohn

Während einige Studien zu dem Ergebnis kamen, dass Cannabis den unspezifischen Entzündungswert C-reaktives Protein (CRP) nicht verändert, berichten viele Betroffene von einer erstaunlich guten Linderung der Symptome.

Eine israelische Studie aus dem Jahr 2011 lässt das medizinische Potenzial der Cannabispflanze bei der Behandlung von Morbus Crohn bereits erahnen. Die Studie bestand aus 30 PatientInnen, deren Behandlung der Krankheit mit Cannabis überwacht wurde. Alle 30 TeilnehmerInnen erhielten Cannabis auf Anraten eines Arztes. 21 ProbandInnen, weil herkömmliche Behandlungsmethoden keine Wirkung zeigten und 9 PatientInnen, aufgrund starker chronischer Schmerzen. Nach Abschluss der Testphase berichteten 21 der 30 StudienteilnehmerInnen über eine signifikante Verbesserung ihres Zustands. Das belegte auch der durchschnittliche BDI, der sich von 14± 6,7 auf 7± 4,7 verbesserte. Der sogenannte Harvey Bradshaw Index (HBI) wird zur Beurteilung des Ausmaß‘ von Morbus Crohn verwendet.

Im Jahr 2013 präsentierten israelische Forscher eine Studie, in der man die Auswirkungen der Behandlung mit Cannabis untersuchte. Obwohl die Studie im Allgemeinen sehr klein war, um statistisch signifikante Unterschiede nachzuweisen, steht hier vor allem das subjektive Empfinden der ProbandInnen im Vordergrund. PatientInnen rauchten Joints mit einer standardisierten Menge THC, während die Kontrollgruppe Joints mit Cannabis rauchte, die kein THC aufwiesen. Fünf von elf PatientInnen in der „Cannabis-Gruppe“ erreichten dadurch eine Linderung ihrer Symptome. Drei PatientInnen konnten Kortison sowie zwei Betroffene Opioide, die zur Schmerztherapie eingesetzt wurden, absetzen.

Die Vorteile einer Behandlung mit Cannabis

Zwar sollte man beachten, dass jeder Mensch verschieden ist und individuelle Verträglichkeiten die Auswahl der Therapiemethode bestimmen. Dennoch gibt es zahlreiche Beispiele, bei denen Cannabis eine Linderung der Symptome der Crohnschen Krankheit bewirkt und Medikamente wie Cortison oder Immunsuppressiva ersetzen kann. Man beachte zudem, dass etablierte Behandlungsmethoden mit Steroiden bei einem akuten Schub oder Immunsuppressiva bei der Langzeittherapie erhebliche Risiken und Nebenwirkungen haben. Obwohl Cannabidiol eine nachweislich entzündungshemmende Wirkung besitzt und durchaus gegen die Entzündung im Verdauungssystem eingesetzt werden kann, scheinen die meisten Betroffenen alle Symptome effektiv nur mithilfe der Kombination von THC und CBD behandeln zu können.

Das im Rahmen einer Therapie häufig eingesetzte Kortison kann zu Blutdruckanstieg, Blutzuckererhöhung, gesteigerten Blutfettwerten und Infektanfälligkeit, Wassereinlagerungen oder Osteoporose führen. Wird eine Kortisontherapie abgebrochen, kann es durch die vernachlässigte Hormonproduktion des Körpers zu erheblichen Problemen mit der Nebennierenrinde kommen. Zudem berichten PatientInnen nicht selten über den sogenannten Rebound Effekt. Dabei kommt es zu einem verstärkten Wiederauftreten der Krankheitssymptome, wenn das Medikament zu schnell abgesetzt wird. Bei schweren Verläufen des Morbus Crohn werden Medikamente verordnet, die das Immunsystem verändern. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist Azathioprin. Sehr häufige Nebenwirkungen davon sind Infektionen, Verlust weißer Blutkörperchen, Knochenmarkschädigung sowie Übelkeit und Erbrechen. Da der bereits angeschlagene Darm mit der Verarbeitung der Medikamente häufig überfordert ist, droht PatientInnen in Folge der schulmedizinischen Behandlung nicht selten eine Operation. Im Vergleich zu etablierten Therapien bringt Cannabis als pflanzliche und natürliche Behandlungsmethode keine annähernd vergleichbaren Nebenwirkungen mit sich.

Der Beitrag Cannabis und Morbus Crohn erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Cannabis und Morbus Crohn


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