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Teures Gras gleich weniger Konsum?
Autor: Robert Brungert 10/12/2017 - 09:29:00

Geprüfte sowie teure Apothekenqualität 

Immer wieder haut es einen um, was Personen, die sogar für die Legalisierung sind, von sich geben. Wenn Marihuana kostenlos oder eben sehr billig wäre, würde der Konsum steigen und das wäre schlecht, so ist es zumindest zu verstehen. Es ist zum Glück schon viele Jahre her, dass einer, und nicht der einzige erklärte, er würde nur für seinen Konsum kaufen, sein Dealer wäre aber ein Krimineller. Wenn er zu einem marktüblichen Preis gute Qualität liefert, dann doch wohl eher ein Kriminalisierter? Ist teures Gras besser, da wir dann weniger konsumieren? Ist es kriminell, anderen ein paar Gramm gegen Geld zu geben? 

Alkohol ist sehr billig, Tabak sehr teuer, was ist für Marihuana der richtige Weg? Ein Liter Bier gibt es abzüglich vom Pfand für unter einen Euro, mit ca. 5 Euro kann man jeden Tag besoffen sein. Für ca. dieses Geld kann eine Schachtel Zigaretten erstanden werden, der Kettenraucher landet bei 10 bis 20 Euro. Es ist doch eher der Gesundheitsaspekt, wegen dem in der Bevölkerung weniger geraucht und möglicherweise auch ein klein wenig weniger gesoffen wird?

Wer einmal anfängt, hat diese Kosten zuerst noch nicht. Wer es dann aber will, vielleicht auch braucht, der zahlt auch 20 Euro für die Kiste Bier und wird möglicherweise mal hier und da ein Ding drehen, wenn es sonst nicht reicht. Oder haben die Skandinavier ihr Alkoholproblem durch überzogene Alkoholpreise und ausgewiesene Abgabestellen lösten können? Nein, konnten und können sie nicht.

Teures Gras aus dem Drogenfachgeschäft würde vom Schwarzmarkt direkt unterboten werden, genau wie es auch steuerfreie Zigaretten oder Schwarzbrennen in Russland gibt. Es würde also kaum einer deswegen deutlich weniger kiffen, aber möglicherweise doch den Schwarzmarkt beflügeln, seine Gesundheit gefährden oder mal ne krumme Nummer drehen.

Beim Marihuanakonsum gibt es solche, die kommen mit einem Gramm den ganzen Monat aus und andere, die wollen fünf Gramm am Tag und können dennoch ihre Arbeit leisten. Wenn sie dieses können, sollen sie doch nicht noch in der Freizeit Geld beschaffen müssen, da der Job nicht reicht? Wir wollen doch raus aus der kriminellen Schiene.

Teures Gras – was ist mit Eigenanbau?

Mal angenommen, der Gesetzgeber gibt Regularien, mit denen das Gramm Marihuana 20 Euro kostet, das wäre teures Gras, der Schwarzmarkt könnte es billiger und alles wäre eine Farce. Es geht sogar noch anders, es gibt noch den Eigenanbau. Wer wirklich eine Profianlage aufbaut und die Arbeit nicht mit rein rechnet, liegt bei Kunstlicht unter einem Euro, beim Gewächshaus bei vermutlich unter 20 Cents das Gramm. Es ist ganz klar, dass viele Aktivisten genau diesen Eigenanbau auch als Freiheitsrecht wollen: Sie wollen ihre eigene Sorte nach ihren eigenen Bedingungen anbauen. Sie möchten die Pflanzen hegen, pflegen und ohne große Kosten beliebige Mengen konsumieren.

Beim Bier oder Tabak ist die Produktion von geringen Mengen legitim, genau das soll es für Marihuana auch sein. Teures Gras wird nicht Konsumenten vom Konsum abhalten, es wird lediglich dazu führen, dass die Leute weiterhin auf den Schwarzmarkt oder Eigenanbau ausweichen werden. Viele haben nämlich gar keine Lust auf das Gärtnern und machen das nur wegen der Kosteneinsparung. Viele würden lieber in das Fachgeschäft gehen und sich nach Lust und Laune zu kleinen Preisen versorgen.

So sagte einer, es wäre gut, wenn Zigaretten teuer sind, da er auf dem Schwarzmarkt mehr Geld damit verdienen kann. Genau das ist das Punkt: Ist es teuer, lohnt es sich und es wird den Schwarzmarkt mit aggressiven Verkaufsstrategien geben, um Konsum zu erzeugen. Die Konsumenten werden halt das Geld heran schaffen oder auf billigere Substanzen, die möglicherweise erheblich schädlicher sind, ausweichen.

Ganz klar: Für die medizinische Verwendung gelten generell andere Hürden, aber auch hier gibt es langfristig viel Luft nach unten. Für den Genusskonsum können die Hürden etwas weiter unten angesetzt werden, um Grammpreise von sehr guter Qualität in jedem Fall mit allen Arbeitsschritten und Abgaben bei unter fünf Euro anzusetzen. Teures Gras wird aber niemanden dazu bringen, deutlich weniger zu konsumieren, die Leute haben eine innere Uhr und konsumieren ihr Level. Einige nur alle paar Wochen einen Joint, andere jeden Tag ein paar Gramm. Wer sein Leben auf die Reihe kriegt und nicht kriminell wird, der soll es doch machen und nicht automatisch dafür pleite sein. Und ob man konsumiert oder nicht: Sobald man kriminell wird, kann man auch dafür belangt werden, auch wenn Marihuana legalisiert wird!

Teures Gras oder Eigenanbau mit Sonnenlicht?

Teures Gras funktioniert einfach nicht

Wer im Fachgeschäft 20 Euro, auf dem Schwarzmarkt 12,50 Euro für das Gramm zahlen müsste (fiktives Zahlenbeispiel), der wird bei knapper Kasse hier kaufen und hat direkt wieder durch diese Kontakte den Zugang zu anderen Drogen sowie alles unkontrolliert und damit oftmals verstreckt ist. Wer sich das nicht leisten und nicht selber anbauen kann, der nimmt vielleicht was Billigeres. Gerade bei chemischen Drogen kann man mit den Preisen sehr weit in den Keller gehen, da das Zeug in der Produktion fast nichts kostet und die Produktion sich sehr gut verstecken lässt.

Teures Gras wäre für alle mit genug Geld die Möglichkeit, sich raus zu kaufen. Aber alle anderen mit starken Konsummustern bleiben im Sumpf drinnen. Teures Gras kann es zum Anfang sein, damit die Unternehmen sich aufbauen und den Markt decken können. Zudem wird es mit der Legalisierung vermutlich eine kurze Welle geben, danach normalisiert sich alles wieder. Und genau dann soll man ähnlich wie beim Bier Preise wählen, die sich auch Normalverdiener leisten können, ohne beim Nachbarn in die Bude einzusteigen.

Der Beitrag Teures Gras gleich weniger Konsum? erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Teures Gras gleich weniger Konsum?



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