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Infratest Dimap: Mehrheit gegen Legalisierung, aber für Entkriminalisierung
Autor: Georg Wurth 13/11/2017 - 15:59:00
 
Wie jedes Jahr haben wir im Herbst die Stimmung der Deutschen zur Cannabislegalisierung abfragen lassen. Diesmal haben sich 39 Prozent für die Legalisierung ausgesprochen. Das ist der zweithöchste bisher gemessene Wert und immerhin 9 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Diesmal haben wir zusätzlich zur vollständigen Regulierung des Cannabismarktes auch die Frage nach einer Entkriminalisierung der Konsumenten gestellt. Und siehe da: Die Mehrheit ist der Meinung, dass "der Besitz geringer Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollte". 

52 Prozent stimmten dieser Aussage zu. Die Meinung der Deutschen zur Strafverfolgung von Cannabiskonsumenten haben wir zuletzt 2014 abgefragt. Damals kam Infratest Dimap nur auf 39 Prozent Zustimmung. Durch einen Anstieg der Zustimmung um 13 Prozentpunkte innerhalb von nur drei Jahren hat sich hier das Blatt gewendet, die Deutschen lehnen es jetzt ab, einfache Konsumenten strafrechtlich zu verfolgen.

Zustimmung zur Legalisierung nimmt über die Jahre zu

Eine vollständige Regulierung des Cannabismarktes lehnen die Deutschen noch ab. 58 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage nicht zu: „Cannabis sollte für Volljährige legal und reguliert erhältlich sein, zum Beispiel über Fachgeschäfte wie in Colorado.“ Das ist etwas weniger Ablehnung als bei einer heute veröffentlichten Forsa-Umfrage (63 Prozent). Mit einer Zustimmung zur Legalisierung von 39 Prozent bei unserer Umfrage wurde der bisher zweithöchste Wert erreicht. 2015 gab es einen Ausrutscher nach oben mit 42 Prozent Zustimmung. 2014 hatten erst 30 Prozent Cannabis-Fachgeschäfte befürwortet, 2016 waren es 35 Prozent. Die Kurve zeigt also insgesamt nach oben.

Das DHV-Team ist weiterhin zuversichtlich, in absehbarer Zeit auch für eine konsequente Regulierung des Marktes eine Mehrheit zu erreichen. Das Beispiel Entkriminalisierung zeigt, wie aus 39 Prozent innerhalb von drei Jahren eine Mehrheit werden kann.

Wer ist dafür, wer ist dagegen?

In den Dokumentenanhängen unter dieser Nachricht findet ihr das komplette Datenmaterial, das uns Infratest Dimap zur Verfügung gestellt hat. Darin sind auch Daten zu Parteianhängern, Alter, Geschlecht und Bildung der Befragten enthalten. Das reizt dazu, auch diese Daten zu interpretieren. Leider sind die jeweiligen Untergruppen im Gegensatz zur Gesamtgruppe der Befragten zu klein, um repräsentativ zu sein. Insbesondere die Zustimmungsraten der jeweiligen Parteianhänger sind mit Vorsicht zu genießen, sie können bei unterschiedlichen Umfragen stark voneinander abweichen. Zumindest als grober Trend scheint aber klar zu sein: Männer stimmen der Legalisierung eher zu als Frauen, junge eher als ältere Befragte und die Zustimmung steigt mit dem Bildungsgrad. Das gilt sowohl für die Legalisierungs- als auch die Entkriminalisierungsfrage.

Infratest Dimap hat vom 10. bis 12. Oktober 2017 für uns 1.013 Menschen in Telefoninterviews befragt.

Mehr zum Thema:

DHV-Umfrage 2014:

DHV-Umfrage 2015:

DHV-Umfrage 2016:

Sonderthemen: 

Original Artikel:Infratest Dimap: Mehrheit gegen Legalisierung, aber für Entkriminalisierung


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