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WENIGER RAUCHEN, MEHR ERFAHREN?
27/10/2017 - 12:45:00

Die bekannte Aktivistin Michka Seeliger-Chatelain reiste lange Jahre um die Welt, um sie zu verstehen, zu erfahren und ihr näherzukommen. Es ist uns eine besondere Ehre, hier einen exklusiven Blog-Artikel der Grande Dame des Cannabis zu veröffentlichen. Hier lesen Sie ihre Gedanken. 

Man sagt oft, eine Liebe halte nur drei Jahre. Nach drei Jahren treten die Gewohnheiten so stark in den Vordergrund, dass das Objekt unserer Liebe seinen attraktiven Glanz verliert. So setzt sich Routine gegen das durch, was doch etwas Besonderes sein sollte. 

Auch für die Beziehung zu Cannabis steckt darin ein Körnchen Wahrheit: Eine zu enge Beziehung endet damit, dass sie ihren ursprünglichen Reiz verliert. Paradoxerweise bereitet es viel mehr Vergnügen, wenn man es seltener raucht. 

Man hat gleichsam die Wahl zwischen Intensität und Komfort. Natürlich ist es schön, wenn man es täglich genießt, aber seine wahre Intensität erlebt man erst, wenn es nur gelegentlich geraucht wird. Wer mehr Intensität erleben möchte, sollte es also weniger oft rauchen, auch wenn das bedeutet, dass man gelegentlich größere Mengen davon konsumiert. Und auch, dass man Cannabis isst, statt es zu rauchen. 

Intensität oder Komfort – das Dilemma eines Cannabisrauchers

Vor Kurzem war ich in Seattle (wo Cannabis zur „Entspannung“ seit langem legal ist) und stellte erfreut fest, dass in einem Spezialgeschäft nicht weit weg von meinem Hotel mit Cannabis „geimpfte“ Schokoladenplätzchen angeboten werden. Das Besondere daran war, dass sie unabhängig von der Cannabissorte alle eine Dosis von 10 mg THC enthielten, sodass der Konsument genau weiß, welche Wirkung ihn erwartet. Das russische Roulette, das man sonst mit solchen Edibles verbindet, wird dadurch vermieden. Außerdem konnte ich feststellen, dass die 10 mg THC reichten, dass es mir mindestens fünf Stunden extrem gut ging; die Wirkung war aber zu keiner Zeit zu intensiv. Ein Gedanke bewegte mich besonders, als ich darüber nachdachte, wie gut diese Plätzchen für Menschen wären, die wegen gesundheitlicher Probleme dringend auf Cannabis angewiesen sind: Wann wird man sie in Europa kaufen können?

Nachdem ich mir diese „Behandlung“ mehrere Tage hintereinander gegönnt hatte, zwang ich mich selbst zu einigen Tagen Enthaltsamkeit. Denn ich bin davon überzeugt, dass ein weniger häufiger Konsum (dann aber eventuell in größerer Menge) der perfekte Weg ist, wenn wir unsere Liebe zu Cannabis lebendig halten oder sie wieder neu beleben wollen. So erlebt man vielleicht erneut die Erleuchtung und Tiefe von früher, auf jeden Fall aber die Ausgelassenheit und die Kreativität, die einmal unsere erste Begegnung mit Gras kennzeichnete.

Cannabis verstehen, Mutter Natur ihren Lauf lassen

Daher möchte ich alle Cannabis-Anfänger warnen: Um sich das Vergnügen zu erhalten, sollten sie darauf achten, es nur gelegentlich (einmal pro Woche ist perfekt!) zu rauchen oder mit dem Vaporizer zu inhalieren, auf keinen Fall aber täglich.

Hier darf auch nicht der Hinweis fehlen, dass nicht alles Cannabis gleich wirkt. Sativa-Sorten (mit langen schmalen Blättern) haben die wunderbare Eigenschaft, unsere Vorstellungskraft und zugleich unsere Empathie anzuregen, was uns für kurze Zeit intelligenter erscheinen lässt als wir sind.

Ein weiterer Vorteil dieser Konsumweise ist, dass wir damit der spirituellen Dimension von Cannabis näher kommen. Die Pflanze hat die bemerkenswerte Eigenschaft, uns neu mit der Natur zu verbinden: Die Natur ist ein Ganzes und unteilbar, und wir – die Menschen – gehören untrennbar dazu. Wir sind Natur. Und wenn wir das bis in die Zehenspitzen fühlen, ist das extrem befriedigend.

In den sechziger Jahren, als die Söhne und Töchter der weißen Amerikaner erstmals mit Cannabis in Kontakt kamen, verbanden sie nur gute Erfahrungen damit, während sie dem von ihren Eltern geliebten Alkohol mit Misstrauen begegneten, und sie sagten: Gott schuf das Cannabis, der Mensch den Alkohol – wem vertrauen Sie mehr?

Was mich angeht, werde ich mein Vertrauen immer in die Natur setzen, nicht in vom Menschen erzeugte Präparate, egal wie attraktiv sie erscheinen. Auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht, als würde ich zu regressivem Verhalten neigen, möchte ich sagen: Wir können gar nichts falsch machen, wenn wir uns möglichst eng an die Pflanze halten, und zwar in der Form, wie sie die Natur uns geschenkt hat. Daher sollten wir darauf verzichten, uns mit Präparaten abzugeben, die der Mensch sich ausgedacht hat.

Eine letzte Bemerkung noch: Wer Cannabis von Tabak getrennt hält (wie es in Amerika traditionell üblich ist) und beides nicht zusammen konsumiert, kommt zu einem klareren Verständnis für unsere Beziehung zu den beiden Pflanzen. Diese Praxis ist wichtig, wenn man versuchen möchte, die Beziehung zu ihnen in einer befriedigenden Weise zu pflegen (gleich, welche persönlichen Vorlieben auf diesem Gebiet wir haben).

Woher kommt eigentlich diese Haltung und meine Zuneigung zur Cannabispflanze?

Seit nunmehr fünfundvierzig Jahren ist Cannabis mein Freund und Verbündeter. Es hat mir einen Weg zu meiner Intuition eröffnet, und dafür bin ich dankbar. Das ist nicht wenig, denn Intuition ist der Weg, auf dem wir Nachrichten von unserem inneren Selbst erhalten. Dieses innere Selbst hat in der Tat einen Zugang zum universalen Bewusstsein, zu Informationen aus Vergangenheit und Zukunft. Das ist der Grund, weshalb ich manchmal die Hilfe einer Sativa benötige (leider sind sie immer seltener zu finden), wenn ich vor einer wichtigen Entscheidung stehe.

Nach fast einem halben Jahrhundert glücklicher Beziehung sind das die Schlüsse, die ich gezogen habe, und ich freue mich immer, wenn ich sie an jemand weitergeben kann, der für sich bewahren möchte, was das Beste an der Beziehung zu dieser wunderbaren Pflanze ist. Eine Pflanze, die seit ewigen Zeiten unser Begleiter ist und uns in so vielfacher Weise verführt …

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Original Artikel:WENIGER RAUCHEN, MEHR ERFAHREN?



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