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CBD-Gras in der Schweiz: Ein Schritt vor der Legalisierung?
11/10/2017 - 12:00:00

66 Prozent sind für die Legalsierung: Ist der CBD-Boom der erste Schritt zur Legalisierung in der Schweiz? 

Mit der Zulassung des ersten Tabak-Ersatz aus CBD-Hanfblüten Ende 2016 für die gesamte Schweiz hat auch die Diskussion um den Status der verbotenen Pflanze wieder neuen Wind bekommen. Denn seitdem schießen Produzenten und CBD-Läden, in denen man CBD-Gras, -Hasch und -Extrakte sowohl kaufen als auch konsumieren kann, wie Pilze aus dem Boden. Neben den derzeit vier legalen CBD-Tabakersatz-Produkten, die offiziell als „Produkt zur Tabakentwöhnung oder als Tabak-Substitut“ deklariert sind, werden die meisten CBD-Blüten als Rohstoff verkauft und bewegen sich deshalb in einem rechtlichen Graubereich, der aber bislang von den Behörden nicht hinterfragt wird. 

Wer die Niagara Smokers Lounge im schweizerischen Dübendorf betritt, den erwartet der wohlbekannte Duft Amsterdamer Coffeeshops aus dem Chill-Out Bereich des gemütlichen Shops, wo ganz legal Cannabis konsumiert wird. Neben reinen CBD-Kristallen sind nur 100% legale, stark CBD-Lastige Sorten wie „Sweet Sunflower“ (THC 0,3, CBD 10%), Sweet Indoor Royal Flush (THC 0,6%, CBD 15%) oder Tropical Forest (0.5% THC, 17% CBD) im Angebot. Alle Produkte dürfen unbegrenzt CBD und maximal ein Prozent THC enthalten, worauf Dario Tobler und sein Partner Markus Walther bei der Produktion in ihrer Gärtnerei im nahen Schaffhausen peinlich genau achten. Ihre Bio Can AG baut schon seit fast zwei Jahren CBD-reiche Sorten für den eigenen Online- und CBD-Coffeeshop an und ist somit einer der Schweizer CBD-Pioniere. Außer im eigenen Shop gehen begehrten Blüten auch an eine ständig wachsende Zahl anderer Händler und Shops zwischen Zürich, Basel und Genf. Als Cannabis in den 1990er Jahren in der Schweiz quasi legal war, hatte Hanf-Pionier Markus Walther schon einmal am gleichen Ort hoch potentes Cannabis für die berühmten Schweizer Duftsäckli angebaut. Damals wurden Cannabis und Haschisch halb legal in der gesamten Schweiz produziert und in kleinen Läden unter strengen Jugendschutzauflagen verkauft.

„Es geht mir nicht darum, einfach einen Raum zu schaffen, in dem die Kiffer kiffen können, sondern darum, dass der Cannabis-Konsum nicht mehr so stigmatisiert wird. Die Leute kämen nie auf die Idee, jemanden, der sein Feierabendbier trinkt, gleich als alkoholabhängig zu bezeichnen. Ich will erreichen, dass man es als normal anerkennt, wenn Leute in der Öffentlichkeit Cannabis rauchen“, erklärt Besitzer Dario Tobler seine Beweggründe des Coffeeshops gegenüber Schweizer Medien.

Seit Aufkommen des CBD-Booms fällt es der Schweizer Polizei schwer, legale von illegalen Blüten zu unterscheiden oder gar festzustellen, ob der Verdächtige CBD- oder THC-Gras mit sich führt. Im August hat die Schweizer Polizei deshalb den Einsatz einen CBD-Schnelltesters angekündigt, der sich in der Testphase bereits als sehr zuverlässig erwiesen habe. Zurzeit werden auch CBD-Gras Konsumenten, die beim Rauchen in der Öffentlichkeit ertappt werden, regelmäßig mit einem Bußgeld belegt.

Die vielen Gäste aus dem nahen Deutschland, die in einem der vielen eidgenössischen CBD-Shops das Ambiente eines gemütlichen Coffeeshops genießen wollen, sollten vor der Heimfahrt die Taschen leeren. Sie dürfen nicht einmal die nach EU-Richtlinien angebauten Sorten mit weniger als 0,3% THC mit nach Hause nehmen, ohne eine Anzeige wegen Cannabisbesitzes zu riskieren.

66% für die Legalisierung von Cannabis

Der neue CBD-Boom sorgt für Dauerschlagzeilen und nicht zuletzt scheint er auch für eine zunehmende Normalisierung des Verhältnisses der Schweizerinnen zu Cannabis zu sorgen. Hatten beim Volksentscheid 2008 nur knapp 37% für eine Legalisierung gestimmt, wird das Anliegen jetzt neusten Umfragen zufolge von zwei Dritteln der Schweizer/innen unterstützt.

Das Schweizer Institut für Markt- und Sozialforschung, gfs-zürich, hatte im Auftrag des Fachverbands Sucht in der Zeit vom 11. Juli bis 5. August 1200 Personen ab 18 Jahren telefonisch zur Legalisierung von Cannabis befragt.

66 Prozent der Schweizer Bevölkerung befürworten die Aufhebung des Cannabisverbots – vorausgesetzt, dass der Konsum für unter 18-Jährige sowie bei der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr verboten bleibt.

Den Schweizerinnen und Schweizern ist ebenso wichtig, dass

– der Konsum von Cannabis denselben Bestimmungen unterliegt wie das Rauchen von Zigaretten (66%),

– Cannabis nur in Apotheken (64%) oder spezialisierten Geschäften mit geschultem Personal verkauft werden darf (62%).

57% meinten sogar es genüge, Cannabis lediglich zu besteuern, 52% wären auch einfache Warnhinweise auf der Verpackung genug.

Während die Mehrheit die neue Entwicklung also zu begrüßen scheint, ist die Polizei nicht ganz glücklich mit den THC-armen, legalen Cannabisblüten., Ein CBD-Joint sieht aus und riecht wie ein echter und nur erfahrene Cannabis-Liebhaber, von denen es bei der Schweizer Polizei nicht allzu viele gibt, wären überhaupt in der Lage, einen CBD-Joint von einem THC-haltigen zu unterscheiden. Auch Dario Tobler kann zwar sicher stellen, dass nur THC-armes Gras über den Tresen geht, aber ob seine Gäste ihren Joint mit gerade erworbenen CDB- oder mitgebrachtem, THC-reichem Cannabis drehen, kann er weder beeinflussen noch riechen.

Österreich zieht nach

Auch in Österreich haben hat vor ein paar Monaten auch die ersten beiden CBD-Blüten Shop eröffnet. Dort gibt es sowohl Sorten aus österreichischer Zucht als auch Schweizer Sorten, die den EU-Richtlinien entsprechen. In Österreich heißen die Sorten Sissi, Nuria oder Ronja und dürfen, anders als in der Schweiz, maximal 0,3% THC enthalten.

Nur in Deutschland wird es auch in absehbarer Zeit keine legalen CBD-Blüten geben. Die Bundesregierung hatte dem CBD-Boom Ende 2016 mit einer Gesetzesänderung, die alle Cannabidiol-Produkte gemäß dem Arzneimittelrecht behandelt, den Garaus gemacht. Seit Ende 2016 sind aufwendige und teure Lizenzierungsverfahren notwendig, um CBD-haltige Produkte produzieren und handeln zu dürfen. Pioniere mit großen Ambitionen und wenig Kapitalkraft, die den Markt derzeit in der Schweiz und Österreich erschließen, könnten sich das kaum leisten.

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