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Wie macht man eigentlich Cannabutter?
Autor: Thomas Becker 28/09/2017 - 11:49:00

Cannabisbutter selber herstellen 

Haschbutter ist die bekannteste Zubereitungsform, wenn es um essbares Cannabis geht. Es gibt wohl unendlich viele Rezepte dafür. Mit Cannabis versetzte Butter ist Grundlage für Kekse und Kuchen. Viele glauben sogar, Cannabis müsse man immer in Butter auflösen damit es wirkt. 

Das ist in der Tat praktisch, aber nicht notwendig. Der menschliche Körper absorbiert ziemlich zuverlässig alle Stoffe aus Pflanzen, solange diese ordentlich zerkleinert wurden. Dafür muss nicht extra fettlösliches in Fett gelöst sein. Wohl ist es besser THC in Fett zu lösen, wenn man es in dem Gericht gleichmäßig verteilen will, etwa wenn eine Anzahl von Keksen dieselbe Menge Wirkstoff erhalten soll. Und Cannabinoide halten sich in Fett sehr lange, tiefgefroren nahezu unendlich. Als Basis eignen sich übrigens nicht nur Butter, sondern alle lipophilen Trägerstoffe, auch Alkohol oder jede Form von Pflanzenöl oder tierischem Fett. 

Um ihre Wirkkraft zu entfalten, müssen THC und CBD allerdings vor dem Verzehr decarboxyliert, also wärmebehandelt werden. Wer für seine Cannabutter fertig decarboxyliertes Cannabis verwendet, ist auf der sicheren Seite.

Wenn THC vollständig decarboxyliert wurde, reichen von durchschnittlichem Gras mit 8 – 12 % THC schon 0,2 Gramm für eine spürbare Wirkung, 0,5 Gramm ist eine starke Dosis und 1 Gramm wäre nur sehr fortgeschrittenen Benutzern zu empfehlen. Viele Rezepte und Erfahrungsberichte gehen aber von sehr viel höheren Dosen aus. Das hat dann oft damit zu tun, dass der Wirkstoff nicht vollständig decarboxyliert wurde oder aber beim Backen verbrannt ist.

Im Umgang mit Cannabis und Butter ist es wichtig, drei Temperaturpunkte zu wissen, die auf das Gelingen der Zubereitung Einfluss haben:

  • bei 120° C verbrennen die Eiweiße in der Butter und machen diese ungenießbar
  • 120° bis 140° C ist der optimale Temperaturbereich beim dem THC und CBD schnell und vollständig decarboxylieren und damit wirksam werden.
  • ab 160° C fängt THC an zu verdampfen.

Man sollte also Gras oder Hasch bei 140° C decarboxylieren, es danach in Butter lösen, die dabei nicht über 120° C heiß wird und die Backwaren mit dieser Butter nicht heißer als 160° C backen.

Haschbutter mit decarboxyliertem Hanf

Im Prinzip muss das decarboxylierte Cannabis nur eine Viertelstunde in warmer Butter ziehen. Es geht darum, den Wirkstoff aus der Pflanze herauszulösen. Das geht umso schneller, je mehr Wirkstoff sich in möglichst kleingemahlenen Pflanzenteilen befindet. Wenn man decarboxyliertes Haschöl hat, reicht es, das in warmem Fett zu schwenken, bis sich das Harz aufgelöst hat. Hier sind ja keine Pflanzenteile mehr vorhanden, aus denen man etwas lösen müsste. Auch ist die Ziehzeit gleichgültig, wenn man Haschisch oder pulverisiertes, hochwertiges Gras verwendet, dass man nicht wieder herausfiltern will. Man isst den aktivierten Wirkstoff ja sowieso, egal ob vollständig gelöst oder noch im Pflanzenmaterial gebunden. Gegrindete Kräuter, die man nicht mitessen will, sollten eine halbe Stunde in der Butter ziehen, welche in einer Schüssel über kochendem Wasserbad auf Temperatur gehalten wird. Um die Kräuter anschließend leichter herauszutrennen, können sie in einem Teefilter gepackt in die Butter gelegt werden.

Butter aus rohem Hanf

Wenn das Gras vorher nicht decarboxyliert wurde, muss die Hanfbutter im Wasserbad aber deutlich länger als eine Stunde ziehen. Die grüne Butter, ein altes Hausrezept der Hobbygärtner, kocht sogar gute vier Stunden. Hier werden Schnittreste verwendet und die lange Kochzeit soll sicherstellen, dass der Wirkstoff decarboxyliert und sich auch aus Stengeln und Blättern vollständig löst. Dazu werden die Pflanzenteile und Butter in einem Topf voll Wasser vier Stunden sanft gekocht. Das ganze wird anschließend über ein Sieb in eine Schüssel gegossen, um die Pflanzenteile auszuseien. Sobald es kalt geworden ist, schwimmt feste Butter auf der Wasseroberfläche und kann abgeschöpft werden. Die Dosierung ist dabei Erfahrungssache, da jeder Gärtner selber wissen muss, wie stark seine Schnittreste sind. Normalerweise werden 50 Gramm oder auch mehr Pflanzenteile und mehrere Päckchen Butter verwendet. Wenn es gut gelingt, kann ein Esslöffel der grünen Butter schon mehrere Personen glücklich machen.

Wenn man THC gleichzeitig Lösen und Decarboxylieren will, kann man die Butter auch zu hitzebeständigem Butterfett klären. Freunde der vedischen Küche kennen das als Ghee. Dazu wird die Butter vorsichtig erhitzt und der aufsteigende Schaum dabei sofort abgeschöpft, bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Das geht besser mit einer größeren Menge Butter, weil das dann nicht so leicht verbrennt. Es erfordert Geduld und gewisse Kocherfahrung. Dafür erhält man ein herrlich nussiges, aromatisches Produkt, das geschmacklich hervorragend mit indischen Gewürzen und auch mit Cannabis harmoniert. Das nennen Inder und Goa-Reisende dann „Bang Ghee“. In geklärtem Butterfett kann das Cannabis direkt bei 140° C innerhalb einer guten Viertelstunde decarboxyliert und gelöst werden.

Der moderne Hanfkoch benutzt für die schnelle und präzise Kräuterinfusion von hitzebeständigem Fett übrigens einfach eine Friteuse, da hält der Thermostat immer die richtige Temperatur.

Der Beitrag Wie macht man eigentlich Cannabutter? erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Wie macht man eigentlich Cannabutter?



16/08/2017 - 11:30:00
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