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Dr. Grotenhermen sieht Hungerstreik als Erfolg
Autor: Robert Brungert 01/09/2017 - 06:49:00

Demo vor der Bundesopiumstelle im Juli 2013 

„Das, was erreicht werden konnte, habe ich erreicht.“ 

Dr. Franjo Grotenhermen schockte uns bereits im Mai 2017 mit seinem Warnhungerstreik. Noch größer war am 17.08.2017 das Entsetzen, als er in den unbefristeten Hungerstreik trat und im Erklärungsvideo dazu die Worte fand: „Es muss sich jemand opfern“. 

Die Videobotschaft war so zu verstehen, dass Dr. Grotenhermen bis zum bitteren Ende gehen würde, wenn seine zentrale Forderung nicht erfüllt wird: „Die Kriminalisierung von Cannabispatienten (die sich aus der Not heraus strafbar machen, um sich genügend mit Cannabismedizin zu versorgen) muss sofort enden.“
Trotz dem im März in Deutschland in Kraft getretenen Cannabis Medizin Gesetz erhalten viele Patienten keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen, da die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt und einfach keine genügenden Mengen Marihuanablüten in den Apotheken zu haben sind.

Groß war die Freude am 31.08.2017, als das Video mit der Bekanntgabe vom Ende des Hungerstreiks on ging. Unumstritten ist das Anliegen, die Situation notleidender Patienten zu verbessern. Hier ist Dr. Grotenhermen als der herausragende deutsche Cannabisarzt und mehrfacher Buchautor jedoch vorbildlich und hat bereits sehr viel erreicht. Es ist selbsterklärend, dass bei „Normalbürgern“ kaum jemand solche Verzweiflungstaten wie einen Hungerstreik beachten würde und es also Sinn macht, wenn es jemand macht, der wahr genommen wird. Weniger sinnvoll für das Anliegen der besseren Patientenversorgung ist hingegen, wenn unverzichtbare Akteure sich opfern und für die Bewegung möglicherweise ausfallen.



Reaktionen auf den Hungerstreik

Herr Dr. Grotenhermen ist erster Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft für Cannabis als Medizin“. Der restliche Vorstand veröffentlichte am 25.08.2017 ein Statement, mit dem zum einen erklärt wird, dass man das Anliegen teilt, aber zum Anderen das sofortige Ende vom Hungerstreik fordert.

„Der Vorstand der ACM erklärt hiermit, dass er die Forderungen von Dr. Grotenhermen ausdrücklich und uneingeschränkt unterstützt.“

„Der Vorstand der ACM fordert Dr. Grotenhermen hiermit nachdrücklich dazu auf, den Hungerstreik sofort zu beenden.“

Das „Selbsthilfenetzwerk für Cannabis als Medizin“ bestätigt in einer Erklärung, dass die Situation für sehr viele Patienten derzeit aufgrund anhaltender Unterversorgung mit Cannabismedizin unhaltbar ist und sie das Recht auf körperliche Unversehrtheit haben, und sich daher ungeachtet der Gesetze ihre Cannabismedizin beschaffen dürften. (Staatsanwälte werden das jedoch anders sehen!) Der SCM wünscht sich verbindliche Zusagen der Politik auf zeitnahe Besserung, damit Herr Grotenhermen seinen Hungerstreik beenden möge.

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Internationale Welle der Solidarität

Herr Dr. Grotenhermen ist in seinen vielen Funktionen, die er trotz seiner Erkrankung ausübt, die ihn zum Liegen zwingt, international bekannt. Zudem sind es hunderte Patienten, die ihm bereits sehr viel verdanken. In seinem Video zum Ende vom Hungerstreik freut Herr Dr. Grotenhermen sich über die Resonanz und Solidarität, die über die Grenzen Deutschlands hinaus geht. Er erklärt, dass sein Hungerstreik und damit sein Anliegen wahrgenommen wurde und er das Mögliche damit erreicht hat. Vermutlich sind es auch viele enge Vertraute und Patienten, die Herrn Dr. Grotenhermen genau wie der ACM Vorstand nahe brachten, dass es ohne ihn vielleicht nicht mehr, oder nicht mehr so schnell weiter geht.

Der Beitrag Dr. Grotenhermen sieht Hungerstreik als Erfolg erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Dr. Grotenhermen sieht Hungerstreik als Erfolg


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