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Soil-Water-Culture: Der Hybrid aus Hydroponik und Erde
Autor: Robert Meister 31/08/2017 - 07:28:00

seedling of cannabis in planting pot 

Pflanzen brauchen zum Leben eigentlich nur sehr wenig: Licht, Wasser, Nährstoffe und Luft bzw. Co2 und Sauerstoff. Die Luft spielt hierbei eine sehr große Rolle für die Wurzeln, was viel zu oft vernachlässigt wird. Heute wollen wir euch mal eine (leider) etwas unbekannte Methode vorstellen, wie man die Vorteile von Erde und Hydroponik „vereinen“ kann. 

Die Unterschiede zwischen Erde und Hydroponik


Hydroponische Systeme haben einen großen Vorteil: Den Wurzeln wird dauerhaft Luft und Nährlösung gleichzeitig zur Verfügung gestellt, wodurch die Pflanze insgesamt schneller wachsen kann. Doch diese Vorteile haben auch eine Kehrseite: Der pH- und EC-Wert des Wassers muss genau eingehalten werden, schon kleine Fehler können schnell zu einem großen Problem werden. Auch die Temperatur des Wassers spielt hier eine große Rolle, da diese den Sauerstoffgehalt im Wasser bestimmt. Die Wurzeln wachsen bei hydroponischen Systemen entweder in Steinwolle/Blähton/Cocos oder in Netztöpfen, die Wurzeln müssen dauerhaft feucht gehalten werden, da sie sonst sehr schnell vertrocknen. Daher haben hydroponische Systeme immer ein automatisches Bewässerungs- und/oder Belüftungssystem.

In Erde ist dies nicht der Fall: Durch die Pufferwirkung der Erde kann der pH-Wert auch etwas schwanken, auch der EC-Wert lässt sich leichter nachjustieren und ist insgesamt nicht so wichtig. Den Sauerstoff holen die Wurzeln sich an trockenen stellen, wodurch die Temperatur der Nährlösung auch etwas in den Hintergrund tritt. Außerdem muss auf Erde nicht täglich gegossen werden. Der Nachteil von Erde: Die Wurzeln sind nach dem Gießen eine Zeit lang nicht optimal mit Luft versorgt. Zu viel gießen kann schnell zu Schimmel führen, im schlimmsten Fall auch im Wurzelbereich, Stichwort Staunässe…

Grund dafür ist aber nicht das die Pflanze keine „zu nassen Wurzeln“ verträgt, wie oft behauptet, sondern das die Wurzeln keine Luft bekommen und daher verrotten.

Deep-Water-Culture: Die effizienteste Anbaumethode

Bei dem hydroponischen System der „Deep-Water-Culture“, kurz DWC, hängen die Wurzeln komplett im Wasser und werden durch eine Pumpe mit Luft versorgt. Die Erträge sind bei dieser Methode am höchsten, in den USA ist diese Methode daher sehr beliebt. Ein DWC-System kann man sich extrem leicht selbst bauen: Ein Eimer, ein Nudelsieb und eine Luftpumpe (mit Luftstein) aus dem Aquarium reichen aus! Doch auch hier gibt es die typischen Nachteile: Der pH-Wert ist extrem wichtig und muss genau eingestellt und nachgeprüft werden, der EC-Wert ist genauso wichtig und darf nie vernachlässigt werden. Einziger Vorteil: Ihr braucht kein teures Bewässerungssystem! Ihr wartet quasi bis der Eimer fast leer ist und schüttet Nährlösung nach. 



Air Injection Technology – Der unbekannte Hybrid

Bereits vor einigen Jahren entstand in den USA die Air Injection Technology, welche auch als Soil-Air-Injection-Technology bekannt ist: Eine Kombination aus DWC und „Soil“, also dem Anbau auf Erde. Diese Methode ist einfach zu basteln, günstig und dazu sehr effektiv: Eure Pflanzen wachsen schneller, dichter und liefern größere Erträge.
Ihr braucht: Einen Eimer, eine Aquariumluftpumpe mit Luftstein und Growerde. Der Luftstein wird in den Eimer gelegt, dieser mit Erde gefüllt und die Pflanze hineingesetzt. Jetzt kommt der Trick: Der Eimer wird nun fast komplett mit Wasser gefüllt und die Luftpumpe eingeschaltet. Ihr solltet nun auf der Oberfläche der Erde ein Blubbern wahrnehmen. Wenn ihr den Text brav mitgelesen und verstanden habt, seht ihr bereits die Vorteile: Der pH-Wert wird unwichtiger, da die Erde viel puffert, der EC-Wert tritt dadurch auch etwas in den Hintergrund. Und der größte Vorteil: Die Pflanzenwurzeln sind dauerhaft mit Wasser und Luft gleichzeitig versorgt, zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Dadurch wachsen sie schneller und können mehr Nährstoffe aufnehmen.


Air Injection Technology ist also eine perfekte Kombination aus aus einem DWC-System und dem normalen Anbau auf Erde. Und vereint dabei die Vorteile (dauerhaft Nährstoffe/Luft), während die Nachteile (Kein EC/pH-Puffer) in den Hintergrund treten. 
Der Wasserverbrauch ist bei dieser Methode ein bisschen höher, da die Pflanze eben mehr aufnehmen kann und ein Teil auch verdunstet. 


ACHTUNG: Diese Methode ist aufgrund des schnellen Wachstums nichts für absolute Anfänger! Die Nährstoffe aus der Erde sind nach einigen Wochen komplett entzogen, spätestens dann müsst ihr Nährlösung geben. In einem Air Injection Technology-System könnt ihr sowohl mineralische als auch biologische Dünger verwenden. Einziger Nachteil: Die Pflanzen lassen sich nicht so leicht spülen! Doch auch hierfür gibt es einen Trick: Ihr benutzt einfach zwei gleich große Eimer ineinander, wovon nur der innere Löcher hat. Zum spülen hebt ihr den Eimer einfach etwas an und lasst das Wasser ablaufen.


Kurz-Tipps:

  • Die Luftpumpe solltet ihr an die Topfgröße anpassen! 20-30 Liter Luft pro Liter Erde sind eine gute Faustregel.
  • Ein 10l Topf reicht für eine anständige Pflanze völlig aus.
  • Viele bedecken den Eimerboden mit Blähton, damit sich die Luft aus dem Luftstein gleichmäßiger verbreiten kann.
  • Lasst den Topf nicht austrocknen! Wenn die Luftpumpe „im Leerlauf“ läuft, schadet das der Membran in der Pumpe.



Fazit:

Die Air Injection Technology ist definitiv einen Versuch wert. Die Gerätschaften sind günstig, der Ertrag und die Wachstumsgeschwindigkeit steigen merkbar an. Wer also gerade auf der Suche nach einer neuen, modernere Anbaumethode ist, der sollte die Air Injection Technology definitiv mal ausprobieren!

Der Beitrag Soil-Water-Culture: Der Hybrid aus Hydroponik und Erde erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Soil-Water-Culture: Der Hybrid aus Hydroponik und Erde



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