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Uruguay startet legale Cannabisabgabe
Autor: Robert Brungert 25/07/2017 - 06:57:00

Gekifft wird auch dort, wo es verboten ist 

Im ersten Land der Welt ist Marihuana legal 

Uruguay hat im Juli 2017 über Apotheken mit der legalen Cannabisabgabe an Konsumenten begonnen. Beschlossen wurde die Cannabislegalisierung bereits Jahre früher. 2013 hat der damals amtierende Präsident Jose Mujica diese weltweit einmalige Cannabislegalisierung unter Dach und Fach gebracht. Einmalig? Colorado und Washington State legalisierten doch ebenfalls per Volksentscheid Ende 2012? Mit Uruguay legalisiert jedoch ein ganzes Land, nicht nur Regionen eines Landes! 

Warum startet die legale Cannabisabgabe erst jetzt, wenn die Legalisierung bereits 2013 beschlossen wurde? Alles muss erst einmal bürokratisch geregelt werden. Demnach dürfen Menschen, die in Uruguay leben, schon seit einiger Zeit bis zu sechs Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen oder sich in den sogenannten Cannabis Social Clubs gegenseitig mit bis zu 480 Gramm Marihuana versorgen. Für den Verkauf mussten allerdings erst einmal Produzenten Lizenzen erteilt werden, um diese staatlich zu regulieren. Dieser Prozess vom Konzept bis hin zur Umsetzung zog sich leider über Jahre, wohingegen Colorado vom Beschluss zur legalen Abgabe nur von Ende 2012 bis zum 01.01.2014 brauchte.

Die legale Cannabisabgabe findet über Apotheken statt. Ob man selber anbaut, sich im CSC zusammen tut oder in der Apotheke kauft: Jeder muss sich registrieren und für den Kauf in der Apotheke zudem wenigstens ein Jahr in Uruguay wohnen. Dafür setzt der Staat die Preise jedoch mit ca. 1,20 Euro niedriger als der Schwarzmarkt an.

Legale Cannabisabgabe erst nach der Ernte möglich

Warum die legale Cannabisabgabe beschlossen wurde

Auch in Uruguay geht es der Regierung bei der legalen Cannabisabgabe nicht darum, dass man den Menschen ihre angestammten Rechte auf freie Entfaltung und freie Entscheidung über sich selber zugesteht. Das Land leidet unter einer hohen Drogenkriminalität, die es sie der einstigen Verbotspolitik zu verdanken hatten. Drogen werden trotz jener Verbote zugleich auch riskanter konsumiert, womit man also den Schaden, nicht aber den Nutzen hat. Es lässt sich durch Verbote kaum einer vom Drogenkonsum abhalten, selbst wenn er die Todesstrafe fürchten müsse.
In Portugal war das Problem 2001 bereits so groß, dass der Konsum aller Drogen entkriminalisiert wurde. Dank dieser Entkriminalisierung konnte das Drogenproblem in den Griff bekommen werden.

Den Luxus, selbst verursachte oder verschlimmerte Probleme vor sich her zu schieben, kann man sich irgendwann nicht mehr leisten. Drogen können schlimm sein und viele Drogen sind gefährlich. Drogenverbote machen es jedoch nicht besser, sondern schlechter: Keine Qualitätskontrollen, kein Jugendschutz, Kriminelle verdienen Geld und untergraben die Ordnung im Staat, keine regulierte Abgabe, schlechter Zugang zu Personen mit Problemkonsum, Harm Reduction und Saver Use können schlecht gefördert werden, die Menschen verlieren einen Teil ihrer Freiheitsrechte, Repression frisst viel Geld, usw.

Ist es in anderen Ländern auch bald schlimm genug, um wenigstens Cannabis zu legalisieren? Oder lässt sich anhand der Beobachtung von Regionen und Ländern mit legalem Cannabis vielleicht doch bereits aus Vernunft legalisieren?

Der Beitrag Uruguay startet legale Cannabisabgabe erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Uruguay startet legale Cannabisabgabe


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