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Facebook löscht noch immer Cannabis-Seiten. Warum?
30/06/2017 - 13:30:00

Zu unserer unangenehmen Überraschung hat Facebook verschiedene Posts von unserer Pin-Wand gelöscht! Wir haben das gründlich untersucht und festgestellt, dass andere Cannabis-Unternehmen dasselbe Problem hatten. Was steht hinter dieser „Reinigung“ eines absolut legitimen Geschäfts? Weiter lesen. 

Anfang 2016 hat Facebook zahlreiche Seiten mit Cannabis-Bezug von der Facebook-Plattform gelöscht. In den USA wurden sowohl bei Cannabis-Apotheken als auch bei völlig legalen Cannabis-Outlets die Facebook-Seiten geschlossen, ohne dass es eine Ankündigung und mehr als dürftige Erklärungen gab. Jetzt könnte Europa mit der Löschung von Cannabis-Seiten auf sozialen Medien an der Reihe sein, wenn man der jüngsten Kommunikation zwischen Sensi Seeds und Facebook glauben kann. 

Wie die meisten Unternehmen hat auch Sensi Seeds eine Facebook-Seite. Sie ist die Grundlage unserer Online-Community, eine nützliche Plattform für unsere Fans und Kunden, um miteinander und mit unseren Mitarbeitern für soziale Medien zu kommunizieren. Wir posten auf diese Seite u.a. Wettbewerbe, lustige Fakten, wichtige News, attraktive Bilder und – natürlich – Links zu diesem Blog. Und (weil wir ein Unternehmen sind) nutzen wir Facebook, um die Leute auf Sonderangebote und Rabatte auf unsere Produkte hinzuweisen. Wie es aussieht, verursacht diese Praxis für Cannabis-Unternehmen erhebliche Probleme mit sozialen Medien.

Unser Teaser-Foto für den Valentinstag

Wir mussten das auf die harte Tour erfahren. Für unser Valentinstag-Special veröffentlichten wir am Tag vorher ein Teaser-Foto (oben). Da dieses Foto und der Rabatt für sich genommen unauffällig waren, gab es keine Reaktion von Facebook dazu (obwohl es viele Reaktionen begeisterter Fans gab!). Am Valentinstag selbst sollten Liebe und Zuneigung sich auf unserem sozialen Netzwerk tummeln, beide inspiriert von dem romantischen Paar Mr. Nice und First Lady, für die jeweils 30% Rabatt gewährt wurden. Statt einer Valentins-Karte bekamen wir allerdings eine unangenehme Mitteilung von Facebook. Darin hieß es, wir hätten die Facebook-Richtlinien verletzt, weshalb Facebook das Foto entfernt habe.

Aber damit nicht genug. Die Entfernung dieses einen Cannabisfotos von unserer Facebook-Seite steigerte sich rasch zu einem echten Valentinstag-Massaker, bei dem Facebook in rascher Folge weitere Fotos von Cannabispflanzen löschte, die uns unsere Fans gesandt hatten.

Das ist das Foto, das Facebook aus Sorge um Ihre Sicherheit gelöscht hat (wir hoffen, dass Sie sich nicht unsicher fühlen, weil wir es hier zeigen!). Abgesehen von der Grafik, die auf den Rabatt hinweist, gibt es keinen Unterschied zu vielen Fotos, die wir bisher schon auf Facebook gepostet hatten. Wir glauben, gestützt auf Informationen aus anonymen Quellen, dass es die Rabattgrafik war, die die Sache kippen ließ. Aber wir können unseren Verdacht nicht bestätigen, da Facebook uns und allen anderen nicht sagen will, worin das Problem besteht.

Unser Rabatt-Foto zum Valentinstag (von Facebook entfernt)

Wie können Cannabis-Unternehmen ihre Facebook-Seiten sicher machen?

Die Antwort auf diese Frage lautet schlicht: Gar nicht. Wenn Posts verschwinden, sind zu viele Variablen im Spiel, als dass man die Ursache der Löschung sicher feststellen kann. Gegen einige wie beispielsweise Nutzer, die Cannabis-Fotos melden, gibt es keinen Schutz. Wir haben allerdings zwei Maßnahmen ergriffen, um unsere sozialen Medien zu gut wie möglich zu schützen.

Erstens werden wir keine Rabatt-Codes mehr anzeigen, da dies nach Aussage mehrerer Quellen als sehr riskantes Verhalten einzuschätzen ist. Wir bedauern das sehr, denn wir lieben es, unseren Fans Rabatte zu gewähren, aber keine Sorge! Sie können immer noch Rabatt-Codes erhalten, wenn Sie unseren Newsletter abonnieren. So werden Sie die Codes erhalten, bevor sie mit anderen geteilt werden.

Zweitens werden wir weniger Fotos von Buds veröffentlichen. Nochmals: Es ist wirklich schade, dies machen zu müssen, aber diese Fotos sind der andere Faktor, der für Facebook ein Problem darstellt. Wir lieben es, Fotos von unseren Pflanzen zu sehen, und Sie dürfen sie immer noch auf unsere Pin-Wand posten. Als Unternehmen dürfen wir sie sogar liken. Wir dürfen sie aber nicht re-posten oder sonst teilen. (Nebenbei: Wenn Sie noch nicht auf den Sensi Seeds-Foren sind – es geht superschnell und ist total einfach, dort Mitglied zu werden. Und Sie können dort unseren gesamten Schatz an Bud-Fotos ansehen und teilen!)

Und letztlich werden wir genau verfolgen, was mit unseren Mitbewerbern in der Cannabis-Branche und auf ihren sozialen Medien passiert. Unser Manager für soziale Medien prüft regelmäßig, was darin akzeptabel zu sein scheint, und ob Facebook Änderungen an seinen Community-Richtlinien bezüglich Cannabis vorgenommen hat.

Mysteriöse Richtlinien der Facebook-Community

Das ist einer der frustrierendsten Punkte bei Facebook und seinen „Community-Richtlinien“. Wie es unser Manager für soziale Medien sagt: „Facebook teilt niemals im Detail mit, wodurch man die Community-Richtlinien verletzt hat. Sie nennen keine Einzelheiten in der Art „weil du X oder Y sagtest, das geht zu weit“. Es gab Fälle von Leuten, die Facebook eindringlich um Einzelheiten gebeten haben, aber Facebook liefert nie eine Begründung. Wenn man auf einer Antwort besteht, wiederholen sie nur die Zeilen aus ihrer Mitteilung zu den Community-Richtlinien. Deshalb kann niemand konkret etwas daraus lernen, und man weiß nie, was genau der Stein des Anstoßes war.“

In dem Abschnitt über reglementierte Waren in den Community-Richtlinien von Facebook ist deutlich, dass sie „… alle Versuche von Privatleuten verbieten, verschreibungspflichtige Medikamente, Cannabis, Feuerwaffen oder Munition zu kaufen, zu verkaufen oder damit zu handeln.“  Facebook betreibt eine pauschale Politik bei Cannabis. Abgesehen davon, dass man im vorliegenden Fall Unternehmen wie Privatleute behandelt hat, und abgesehen von den hunderten oder tausenden legalen Cannabis-Apotheken in den USA und Kanada ist Facebook nicht berechtigt, in die Rechte anderer legaler Unternehmen einzugreifen. Auch Unternehmen, die Alkohol- und Tabakprodukte bewerben und verkaufen, können sich die immense Reichweite und den Einfluss von Facebook zu Nutze machen (und tun es tatsächlich).

Richtlinien der Facebook-Community für reglementierte Waren

Soziale Medien sind nicht verpflichtet, Inhalte zu hostenHow do we know when we’ve crossed the line?

Es ist wichtig, bei allen Diskussionen über Facebook in Erinnerung zu behalten, dass soziale Medien nicht verpflichtet sind, Inhalte zu hosten. Das Hochladen von Texten, Fotos oder Videos ist daher keine Garantie, dass die Inhalte dort auch bleiben. Und es verleiht dem Hochladenden keine Rechte. Im Gegenteil gibt es Belege, dass mehr als nur einige wenige Facebook-Mitarbeiter tatsächlich glauben, Fotos würden mit dem Hochladen auf die Plattform zum Eigentum von Facebook. Das ist natürlich Unsinn. Facebook hat zwar die grundsätzliche Genehmigung, „geistiges Eigentum“ von Ihnen zu nutzen. Mit Ihrer Anmeldung haben Sie Ihnen dies gestattet.

Im Prinzip kann auch alles, was auf Facebook erscheint, von Facebook wieder gelöscht werden. Dass die Facebook-Seite von Sensi Seeds weiter besteht, liegt an der Tatsache, dass wir ein fähiges und umsichtiges Team für soziale Medien haben, das sehr vorsichtig mit dem ist, was wir kommunizieren. Trotzdem gilt: Wenn die Regeln unklar, nicht schriftlich festgehalten sind und ohne Ankündigung geändert werden können, ist es äußerst schwierig zu wissen, ob wir in der Toleranzzone von Facebook sind! Nicht nur wir allein haben dieses Problem. Es gibt viele Unternehmen, die erst dadurch von einem Verstoß gegen die Richtlinien erfuhren, dass ihre Seiten entfernt oder gelöscht wurden.

Woher wissen wir dann, ob wir die rote Linie von Facebook für Cannabis überschritten haben?

Unser Manager für soziale Medien hat sich als Detektiv betätigt. Es gibt einige inoffizielle Informationen, wo diese Linie verläuft. Mehrere Quellen, die anonym bleiben möchten und vor denselben Problemen stehen, wiesen uns auf Posts hin, die den Verkauf von Cannabisprodukten bewerben (wie das Angebot zum Valentinstag und unser Frühjahrsrabatt von 30% auf alle Produkte) und Rabattcodes enthalten. So etwas geht in den Augen von Facebook „zu weit“. Posts mit Fotos, die eindeutig Cannabispflanzen und Buds zeigen, können dazu führen, dass die Seite, die sie veröffentlicht, eine Warnung erhält.

Ein Artikel aus Marijuana Business Daily bestätigte dies unter Bezugnahme auf eine Quelle in Colorado, die ebenfalls anonym bleiben möchte. Man fragt sich, was diese anonymen Quellen befürchten. Stellt man sich dadurch bloß und hat nie wieder eine Chance auf ein Facebook-Konto? Werden Freunde angeschwärzt, die für Facebook arbeiten und die Informationen durchgestochen haben? Wird Mark Zuckerberg vielleicht blass, wenn er an Cannabis denkt?

Um die Angelegenheit noch weiter zu komplizieren, kann jeder bei Facebook auf Fotos aufmerksam machen, die ihm nicht gefallen. Als die BBC sich an Facebook wandte und nach der plötzlichen Welle gelöschter Cannabisposts fragte, bestand die Antwort in einer offiziellen Erklärung, die die Schuld von Facebook auf die Nutzer verschiebt: „Um auf Facebook ein sicheres Umfeld aufrecht zu erhalten, haben wir Community-Richtlinien, die festlegen, was erlaubt ist und was nicht. Jeder kann uns Inhalte melden, von denen er glaubt, dass sie unsere Richtlinien verletzen. Unsere Teams prüfen diese Berichte umgehend und entfernen die Inhalte, wenn es sich um eine Verletzung handelt.“

FOTO 4 – Pflanze

Wann ist eine illegale Droge keine illegale Droge?

Eine der von Facebook angebotenen Optionen für den Grund, ein Foto zu melden, ist „illegaler Drogengebrauch“. Wiederum ist unklar, was genau damit gemeint ist. Stellt der Anbau von Pflanzen einen „Drogengebrauch“ dar? Wenn die Pflanze legal angebaut wird, wie kann sie dann „illegal“ sein? Graham Sorkin, eine der Personen, die mit der BBC sprachen, nannte als Beispiel, dass es „ein Mitbewerber sein könnte, der unsere Seite nur deshalb gemeldet hat, weil er nicht gut fand, dass wir mehr Follower als er haben“. Obwohl uns die Vorstellung nicht gefällt, dass Cannabis-Unternehmen versuchen, sich in dieser hinterhältigen Art und Weise zu schädigen, kann dies als mögliche Ursache nicht ignoriert werden. Verärgerte und falsch informierte Anti-Cannabis-Aktivisten können ebenfalls nicht als Anlass für eine Löschung ausgeschlossen werden. Diese beiden Gründe könnten auch die offensichtliche Zufälligkeit erklären, mit der Posts von Facebook gelöscht werden.

Wir möchten Ihnen gegenüber offen und direkt sein und so viele Informationen über unsere Entscheidungen liefern, wie wir können (daher die Länge dieses Posts!). Wir hoffen, dass Sie Verständnis für die Änderungen haben, die wir an unserer Strategie für soziale Medien vornehmen mussten, um unsere Facebook-Präsenz aufrecht zu erhalten. Sie können uns gerne in den Kommentaren Ihre Meinung und ein Feedback mitteilen. Und bleiben Sie in Kontakt mit uns, auch auf den sozialen Medien – unsere Community ist uns, online und offline, wirklich wichtig.

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Original Artikel:Facebook löscht noch immer Cannabis-Seiten. Warum?



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