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„Berliner Aufruf“ klagt an: Der Drogenkrieg ist unchristlich
Autor: Michael Knodt 03/06/2017 - 09:55:00
Copyright: Berliner Aufruf  

Die entschiedensten Gegner einer Cannabis-Reform kommen nicht selten aus den gleichen christlich-konservativen Kreisen, die Erkenntnisse Darwins in Frage stellen, die Homosexualität als heilbare Krankheit betrachten oder die Gleichstellung von Mann und Frau als Gotteslästerung betrachten. 
Doch auch unter engagierten Christen werden die Stimmen, die ein Ende des weltweiten Drogenkriegs fordern, seit einigen Jahren immer lauter. Mittlerweile wollen besonders in Südamerika und den USA viele christliche Organisationen und Kirchen ein Ende des Cananbis-Verbots sowie des gesamten War On Drugs, während in Europa kirchliche Kritik an der staatlichen Drogenpolitik noch die Ausnahme ist und erst langsam von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. So prangert der evangelische Pfarrer Michael Kleim als engagiertes Mitglied im Schildower Kreis schon seit vielen Jahren die Menschenrechtsverletzungen im Namen des Drogenkriegs sowie die Drogenpolitik der Bundesrepublik an. Kleim und seine beiden Mitinitiatoren, die Theologin Daniela Kreher sowie der Reverend Martin Diaz aus El Salvador, waren entscheidend am Aufbau des Netzwerks beschäftigt, das den Appell am 26.5.2017 anlässlich des Evangelischen Kirchentags 2017 in Berlin vorstellte. 

Im “Berliner Aufruf” wird das Ende des Drogenkriegs gefordert. Die Idee für den Aufruf entstand bei einem Treffen in Berlin und ist das Ergebnis der gemeinsame Sorge der Initiatoren, dass die aktuelle Drogenpolitik weltweit Ursache massiver Menschenrechtsverletzungen ist. In Ländern Lateinamerikas, des nahen Ostens und Südostasiens, in denen im letzten Jahrhundert vielseitig nutzbare Kulturpflanzen verboten wurden, steigt die Opferzahl im weltweiten Drogenkrieg Jahr für Jahr.

Der “Berliner Aufruf” für eine menschliche Drogenpolitik ist auf globaler Ebene auf Aufmerksamkeit gestoßen und wird von der Evangelisch-Protestantischen Kirche in El Salvador (IEPES) unterstützt. Am 26. Mai wurde der Aufruf im Berliner Hanfmuseum anlässlich des Evangelischen Kirchentags unter dem Motto „Christen fordern: Stoppt den Drogenkrieg! Ein unkonventioneller Beitrag zum Kirchentag” vorgestellt. Der Berliner Aufruf kann bereits kurz nach seiner Veröffentlichung auf die Unterstützung von mehr als 80 Organisationen und Verbänden aus 5 Kontinenten verweisen. Neben dem Deutschen Hanfverband (DHV) haben sich das IDPC (International Drug Policy Consortium), die DPA (Drug Policy Alliance), Akzept e.V., eine Reihe geistlicher Gemeinschaften und Kirchen aus Mittel- und Südamerika wie die Episkopale Anglikanische Kirche in El Salvador oder die Metropolitan Community Church dem Aufruf angeschlossen. Daneben haben Dutzende von Persönlichkeiten, darunter Noam Chomsky, Großbritannien ehemaliger Drogenbeauftragter David Nutt und der mexikanischer Pater und Menschenrechtsaktivist Alejandro Solalinde, den Aufruf bereits unterzeichnet.

Der Deutsche Hanfverband ruft alle Mitglieder und Leser auf, sich dem Berliner Aufruf anzuschließen.

Original Artikel:„Berliner Aufruf“ klagt an: Der Drogenkrieg ist unchristlich



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