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Ausstellung „The Pope Smokes Dope“ in Amsterdam
02/06/2017 - 11:38:00

Cannabis und Musik sind für viele untrennbar verbunden, und wenn man noch die Kunst dazu nimmt, ist das Ergebnis eine ganze Parade an Album-Covern aus den verschiedensten Genres von Reggae bis Death Metal. Einige der interessantesten von Cannabis inspirierten Album-Cover finden Sie nun in der Sommerausstellung des Hash Marihuana & Hemp Museums in Amsterdam! 

Nach dem großen  Erfolg von „The Pope Smokes Dope“ am Standort Barcelona des Hash Marihuana & Hemp Museum (dort wurde die Ausstellung wegen des großen Interesses um einen Monat verlängert) kommt die Ausstellung nun nach Amsterdam, wo sie vom 3. Juni bis 3. September 2017 zu sehen ist. An dieser Stelle wollen wir die Schnittstelle zwischen Cannabis, Musik und dem Design von Album-Covern etwas näher beleuchten. 

Wie der legendäre Komiker Bill Hicks einmal sagte: „Wenn du nicht daran glaubst, dass Drogen auch mal etwas Gutes für uns sind, dann tu mir einen Gefallen. Wenn du heute nach Hause kommst, nimm alle deine Platten, alle Bänder und alle CDs und verbrenne das alles. Denn weißt du eigentlich, wie die Musiker drauf sind, die die Musik gemacht haben, die dich all die Jahre durchs Leben begleitet hat? Die sind ECHT fucking high auf Drogen.”

Cannabis, Kunst und Musik

Die Welten von Cannabis und Kunst haben sich seit ewigen Zeiten überlappt und in gewissem Maße auch gegenseitig ergänzt. In den Tagen, als schamanistische und religiöse Rituale eine Mischung aus Medizin, Spiritualität, Musik, Kunst und veränderten Bewusstseinszuständen enthielten, gab es keine Trennung zwischen Inspiration und religiöser Kommunikation und zwischen Wissenschaft und Magie. Erst in den letzten 150 Jahren hat die westliche Zivilisation die Abschottung zwischen diesen Disziplinen so stark etabliert wie noch keine frühere Gesellschaftsform. Dennoch lässt sich die Verbindung zwischen Musik und Cannabis nicht ganz beseitigen. Im Gegenteil, sie wird sogar wieder stärker.

„The Pope Smokes Dope“

Die Ausstellung mit dem Titel „The Pope Smokes Dope“ bezieht sich auf ein gleichnamiges Album von David Peel. Peel, der leider im letzten Monat im Alter von 74 Jahren verstorben ist, war ein Straßenmusiker, „Anarchist und Cannabis-Evangelist”.  Er schrieb außerdem die „Stoner-Hymne“ „I Like Marijuana“, die im Time-Magazin falsch zitiert wurde und so den Titel seines ersten Albums lieferte: „Have A Marijuana“ von 1968. Ihm wird nachgesagt, dass er der erste Musiker war, der das Wort „motherfucker“ für einen Songtext benutzt hat, nämlich in „Up Against The Wall“ (wo es schlicht heißt „up against the wall, motherfucker“, was ständig wiederholt wird, bevor der Song heiter mit einem „cha cha cha!“ endet). Aber Peel war nicht der Typ, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht, und so schloss er sich 2011 der Occupy-Bewegung an und nahm eine neue Version auf: „Up Against The Wall Street“. 2015 veröffentlichte er sein letztes Album „Give Hemp A Chance“.

Der damals umstrittene und in vielen Staaten verbotene Titel „The Pope Smokes Dope“ wurde 1972 von Yoko Ono und John Lennon produziert. Im gleichen Jahr veröffentlichte das Paar „Some Time In New York City“ (John Lennons drittes Album nach der Beatles-Zeit) mit dem Titel „John Sinclair“, den David Peel gut kannte. Dieser Titel wurde aus Protest gegen die Verurteilung des Cannabis-Anwalts, White Panthers-Gründers und MC5-Managers John Sinclair zu zehn Jahren Gefängnis geschrieben, die er als Strafe für die Weitergabe von zwei Joints an einen verdeckten Ermittler erhalten hatte. Lennon nahm diesen Titel nicht nur in sein Album auf, sondern sang ihn auch im Fernsehen und auf der The John Sinclair Freedom Rally. Sinclair wurde weniger als drei Monate nach dem Verkaufsbeginn von „Some Time In New York City“ aus der Haft entlassen.

Jung, wild, innovativ und high

Egal wie brillant sie waren, erscheinen Ono, Lennon, Sinclair und Peel aus heutiger Sicht geradezu typisch für die Hippie-Bewegung, und die musikalischen und politischen Turbulenzen der 60er und 70er Jahre erscheinen uns heute altbacken und fast unschuldig. Denn eine neue Welle junger, wilder und innovativer Musiker, die den Konsum von Cannabis offen diskutieren und verteidigen, wie z.B. Rihanna, Miley Cyrus, Childish Gambino, Lady Gaga und Nicki Minaj ist heute dabei, das abgenutzte Image der „Stoner“ bzw. „Hippie-Musiker“ beiseite zu fegen. Die Ausstellung zeigt daher auch das Cover der Single „Diamonds“ von Rihanna, das ihre perfekt manikürten Hände zeigt, die einen mit Diamanten gefüllten Joint rollen. Natürlich haben Musiker schnell auch die komische Seite des „Stoner“-Images für sich entdeckt. Weil der Titel „Because I Got High“ von Afroman der vielleicht ultimative Ausdruck dieser selbstkritischen Ironie ist, finden Sie ihn ebenfalls in der Ausstellung „The Pope Smokes Dope“.

Die zeitlosen Reize der „Reefer-Musik“

Der heutige Umgang mit dem Cannabiskonsum von Musikern – offen, pragmatisch und von manchen auch konfrontativ – ist ein riesiger Unterschied im Vergleich zu den frühen Tagen des Jazz, als sich das inspirierende Kraut hinter einer ganzen Palette an Slang-Synonymen verstecken musste, die nur von denen verstanden werden sollten, die sowieso „Bescheid wissen“. So veröffentlichte Louis Armstrong seinen Titel „Muggles“ – eines der Synonyme für Cannabis – schon 1928. Das 1951 erschienene Album „The Louis Armstrong Story (Vol III)“, an dem auch Ed Hines mitwirkte, enthält diesen Song und wird in unserer Ausstellung gezeigt. Drei Jahrzehnte später veröffentlichte das Label Stash Records dann „A Very Special Stash – The Best of Reefer Songs“, ein Album mit den besten Jazz-Titeln mit Cannabis-Bezug aus den 1920er und 1930er Jahren (ebenfalls in der Ausstellung zu sehen), womit der Beweis erbracht war, dass diese Songs und ihre Themen immer noch aktuell und attraktiv waren. Aber nicht alle Reefer-Songs dieser Ära bemühten sich darum, ihr Thema unter der Decke zu halten. So nahmen die Jazz-Sängerinnen Cleo Brown (in 1935) und Georgia White (in 1937) jeweils eine Version des Titels „The Stuff Is Here And It’s Mellow“ auf, eine fröhliche und tänzerische Piano-Melodie zu dem Text

„Lock the windows and close the door,

Start the party up once more!

Hey, hey, let’s get gay,

‚Cause the stuff is here!“

Eine ganze Parade von Album-Covern zum Thema Cannabis

Im Jahr 2013 war es dann schon lange nicht mehr nötig, Cannabis-Bezüge in den Songtexten zu verstecken. In diesem Jahr veröffentlichte die Band Cannabis Corpse, die Death Metal und Cannabis so sehr liebt, dass sie diese zu den beiden Ausgangspunkten ihrer Karriere machte, den Titel „Beneath Grow Lights Thou Shalt Rise“. Das Cover dieses Albums zeigt einen Mann, der in einem Growroom voller teuflischer Cannabispflanzen zu Tode kommt – einige davon haben sogar glühende rote Augen! Dieses Cover sollten Sie nicht verpassen, wenn Sie unsere Ausstellung besuchen.

Als Abrundung der „Pot Parade“ der im Hash Marihuana & Hemp Museum gezeigten Album-Cover mit Cannabis-Bezügen dienen die Aufnahmen von Künstlern, deren Namen bzw. deren Musik zu einem Synonym für Cannabiskonsum geworden sind. Einige Beispiele: Der Hit von Missy Elliot aus dem Jahr 2003 „This Is Not A Test!“, der mit den Worten „Pass That Dutch“ beginnt, der Titel „Rolling Papers“ von Wiz Khalifa von 2011, das 1993 erschienene Debüt von Snoop Dogg „Doggy Style“, und viele weitere mehr. Und natürlich wäre keine Sammlung von Cannabis-Alben vollständig, wenn sie nicht auch „Catch A Fire“ (1973) von Bob Marley and the Wailers, „Countryman“ (2005) von Willie Nelson und „Legalize It“ (1975) von Peter Tosh enthalten würde. Es werden aber nicht nur englische Alben gezeigt. So sind auch die Alben „Ganja Smoka“ (2002) des deutschen Reggae-Künstlers Benjie und „Skunk“ (1981) von der niederländischen Ska-Gruppe Doe Maar zu sehen.

Die Ausstellung „The Pope Smokes Dope“ wird am 2. Juni 2017 im Hash Marihuana & Hemp Museum Amsterdam eröffnet und läuft bis zum 3. September 2017. Die Eintrittskarte für das Museum berechtigt auch zum Besuch der Dauerausstellung. Also: Nicht verpassen! Welches Album-Cover zum Thema Cannabis finden Sie am besten? Sagen Sie es uns über die Kommentarfunktion.

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