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Promille vs. THC
Autor: Hans G. Furth 15/05/2017 - 06:00:00

Die Gefahrenschwelle beim alkoholisierten Fahren beginnt bereits ab 0,2 bis 0,3 Promille, warnt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). So fordert er ein absolutes Alkoholverbot am Steuer, da dies nach wie vor eine Hauptursache für Verkehrsunfälle sei. „7,4 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten sind 2015 aufgrund eines Alkoholunfalls ums Leben gekommen, das ist fast jeder 14. Unfalltote“. Bei 0,5 Promille verdopple sich bereits das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, bei 1,1 Promille sei es zehnmal so hoch. 

Alkohol

Reines Nervengift. Sorgt für über 200000 Tote jährlich. Egal ob durch Unfälle oder Körperverletzung, Organversagen oder eine der über 200 Krankheiten, für die der Alkohol mitverantwortlich ist. Statistisch gesehen, stirbt alle 7 Minuten ein Mensch in Deutschland an den Folgen von Alkohol. Erhältlich ist Alkohol in Deutschland z.B. bereits ab 16 Jahren in Form von Bier.

Nach zwei 0,5 Liter Bier hat eine männliche Person, 25 Jahre alt, mit 65 Kg. Körpergewicht ca. 40 Gramm Alkohol im Blut was in etwa 0,66 Promille ergibt. Bier gibt es wie Sand am Meer. Bierbrauen darf jeder, es gibt Starterkits für Zuhause, oder gar eine kleine Brauanlage für den Keller, die sich jeder online nach Hause bestellen kann. Bier ist Kulturgut und schon zur Kommunion mit 14 Jahren gibt es einen Schluck Wein in der Kirche.

Natürliches Cannabis

Körpereigener Stoff, heilt mittlerweile immer mehr Krankheiten weltweit. Es gibt Studien über die Wirksamkeit bei 700 Beschwerden, darunter auch die Alkoholsucht. THC Gehalt bei Hanf darf in Deutschland nicht mehr als 0,2% THC enthalten. In Österreich und Schweiz hingegen sind 0,3% bzw. max. 1% erlaubt. Ist in Deutschland, Schweiz und Österreich ist es aber verboten, weil es eine illegale Droge ist.

In der Schweiz und Österreich aber wiederum legal als Tabakersatzprodukt erhältlich, leider drohen in der Schweiz z.B. Bußen von 100 CHF, wenn man beim Konsum von legalem Hanf erwischt wird. In Deutschland dürfen z.B. nur Landwirte Industriehanf anbauen, mit Sondergenehmigung und unter strengen Auflagen. EU-Rechtlicher Status ist fragwürdig, da bei verschiedenen Produkten, die nichts mit Rausch zu tun haben Handelshemmnisse bestehen. Anbauzubehör ist überall legal. Stecklinge gibt es in Österreich und der Schweiz.

Cannabis wird von der Politik verteufelt und hohe Strafen drohen. CBD soll aus Läden verschwinden und am besten nur noch von der Pharmaindustrie vertrieben werden. In Deutschland gilt ab 7,5g reinem THC die nicht-geringe Menge, bei Besitz dieser Menge ergibt sich daraus, rein rechtlich betrachtet, ein Verbrechenstatbestand (Freiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr). In Österreich hingegen, gilt als geringe Menge Cannabis mit einer Wirkstoffmasse von weniger als 20g THC. Dies entspricht, je nach THC-Gehalt des Produkts 80 bis 300g getrockneter Cannabisblüten.

Man sieht, es ist verwirrend. Während in einem Land der Besitz legal und der Konsum verboten ist, ist anderswo aber der Konsum legal doch der Besitz und Erwerb verboten. Es stellt sich wieder mal mehr die Frage, wann ist endlich Schluss mit mit diesem lächerlichen Durcheinander. Es könnte hier noch endlos weitergehen, was die Unstimmigkeiten betrifft…

Fazit

Herr Kellner vom DVR hat absolut recht. Ein komplettes Alkoholverbot am Steuer ist geboten, alleine schon wegen der Verhältnismäßigkeit und des Vertrauens in den Rechtsstaat. Die Zahlen der Todesopfer sprechen für sich. Die EU hinkt beim Thema Cannabis meilenweit hinterher, während Lobbygefälligkeiten immer mehr Geld, Leid und Todesopfer fordern, huschen Politiker wie Hühner im Stall umher, auf dass ja nicht legalisiert wird.

Die Leidtragenden sind Jugendliche, da kein Jugendschutz gewährleistet werden kann. Der normale Erwachsene und auch Jugendliche werden kriminalisiert, Patienten und Kranke warten seit Jahren auf Besserung, doch nichts hat sich wirklich verbessert, außer dass die Pharmaindustrie den Markt nun noch dominanter bestimmt. Eine Legalisierung käme der Forschung sehr zugute, doch welch etablierte Firma will schon, dass es noch mehr und noch potentere Medizin auf dem Markt gibt…. Doch langsam gehen die Ausreden zur Neige und die Märchen von der Einstiegsdroge sind nun schon mehrfach wissenschaftlich widerlegt, ja geradezu zerlegt worden.

Was bleibt ist abzuwarten bis Big-Pharma alles unter sich ausgemacht haben und sich einigermaßen die Taschen gefüllt hat. Ohne eine neue vernünftige und gleichgestellte Eu-Richtlinie wird es nie so etwas wie faire oder soziale Marktwirtschaft geben. Geschweige denn einen mündigen Bürger, der selbst entscheiden darf, ob und wie er sich berauschen möchte. Solange ein reines Nervengift als Kulturgut gesehen und verkauft wird, während ein körpereigener Stoff verteufelt und unter Strafe gestellt wird, kann man davon ausgehen, dass mit dieser Politik etwas nicht in Ordnung ist.

Der Beitrag Promille vs. THC erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel:Promille vs. THC



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