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Polizei Schwerpunktaktion an der Cultiva Hanfmesse
Autor: Dieter Klaus Glasmann  15/10/2018 - 16:48:00

Zwischen dem 12. und 14. Oktober fand in der Österreichischen Hauptstadt die große Cannabis-Messe Cultiva statt. Zeitgleich organisierte die Polizei in der Nähe einen groß angelegten Kontroll-Einsatz. Im Bezirk Mödling wurden dabei 114 Personen Pkw-Fahrer unter vermeintlichem Drogen-Einfluss aus dem Verkehr gezogen. Hierbei handelte es sich selbstverständlich zumeist um Cannabis-Konsumenten.


Konsumenten-Verfolgung

Wer zu einer Hanf-Messe fährt, tut dies zumeist in Erwartung eines entspannten Ausflugs in die Welt des Hanfes. Doch für eine große Zahl der Besucher begann oder endete die Cultiva mit Unannehmlichkeiten und folgenschwerem Stress. Im Zeitraum, in dem die Messe stattfand, führte die Polizei eine sogenannte verkehrs- und kriminalpolizeiliche Schwerpunktaktion durch, in der sie jede Menge Autos anhielt und diverse Kontrollmaßnahmen zur Feststellung von Alkohol- und Drogenkonsum am Steuer ergriff, sowie Durchsuchungen um Besitzdelikte aufzudecken. Wie um eine Hanf-Messe herum zu erwarten ist, standen wesentlich mehr Fahrer unter Cannabis-Einfluss als unter dem von Alkohol. Es wurden bei der Aktion 114 Führerscheine vorläufig eingezogen, davon 107 wegen Verdacht auf Cannabis-Konsum. Von den über 140 Strafverfahren, die die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt nun einleitet, beziehen sich die meisten auf Konsum-nahe Delikte, beispielsweise den Besitz geringer Mengen Cannabis.

Vorbote für Verbote

Da das Österreichische Innenministerium in Zukunft härter gegen Drogenmissbrauch, insbesondere bei Autofahrern, vorgehen will, ist anzunehmen, dass diese Großaktion, an der 40 Beamte, Spührhunde, sowie einige Polizei- und Amtsärzte beteiligt gewesen sein sollen, gerade an der Hanf-Messe, eine vielleicht beabsichtigte Signalwirkung hat. Dass in der Planung dieser Aktion der Schwerpunkt auf die Verfolgung von Cannabis gelegt wurde, ist kaum von der Hand zu weisen. Die Regierung steuerte in der letzten Zeit einen zunehmend restriktiv werdenden Kurs in ihrer Cannabis-Politik an.

Messekommunikation zu lässig oder Fahrlässig

Wenn man zu einem Festival oder einer Hanf-Messe fährt, in einem Land, in dem Cannabis verboten ist, muss man natürlich irgendwie mit Kontrollen oder dem Einsatz von Zivilfahndern rechnen. Trotzdem ist es schwer nachvollziehbar, warum im Vorfeld der Cultiva keine Warnung vor Polizeieinsätzen, oder Empfehlungen, keine Drogen mitzuführen oder zu konsumieren, zu finden waren. Vorallem vor dem Hintergrund, dass es bereits im Vorjahr ähnliche Kontrollen gegeben hatte. Hinweise solcher Art sind eigentlich Standard auf den Flyern und Homepages von Cannabis-bezogenen Veranstaltungen, genauso wie bei größeren Festivals. Für nächstes Jahr könnte der Veranstalter einen solchen Warnhinweis nach den Ereignissen um die Cultiva 2018 dann vielleicht auch in Betracht ziehen.

Der Beitrag Polizei Schwerpunktaktion an der Cultiva Hanfmesse erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Polizei Schwerpunktaktion an der Cultiva Hanfmesse

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