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Irlands Hanfindustrie auf dem Vormarsch
 28/09/2018 - 11:10:00

Das sind Worte, die Ben Dronkers, Gründer von Sensi Seeds und dem Hash Marihuana & Hemp Museum, vor über zwei Jahrzehnten hätte sagen können, als er beschloss, seine Interessen und Geschäftsaktivitäten auf die fast ausgestorbene niederländische Hanfindustrie auszudehnen. Aus diesem Vorhaben wurde HempFlax, ein erfolgreiches Unternehmen mit ausgezeichnetem Ruf. Als Ben jedoch 1993 HempFlax gründete, tat er dies fast allein. Jim Miller hingegen wird von einer Gruppe gleichgesinnter Geschäftsleute unterstützt.

Hemp Cooperative Ireland, gegründet im Januar 2017, ist Irlands erste Organisation ihrer Art und eine Kollaboration einer Gruppe von Bauern und Hanfenthusiasten wie Ed Hanbidge, Kate Carmody, Adrian Fay und Miller. Sie ist der Entwicklung der irischen Hanfindustrie gewidmet. Laut Miller steckt die Branche noch in den Kinderschuhen, wächst aber stetig.

„Das Problem ist nicht der Anbau von Hanf. Hier wächst er ohne Weiteres. Es gibt einige saisonale Herausforderungen, aber nichts, was nicht überwunden werden kann. Was wir nicht haben, sind die Verarbeitungs- und Fertigungszentren, die Marketingunterstützung oder die Bildungsinfrastruktur. Die Hemp Cooperative Ireland arbeitet eng mit Landwirten, Universitäten und anderen Interessensgruppen zusammen, um diese wichtigen und unterstützenden Bereiche voranzutreiben.“

Die Geschichte der irischen Hanfindustrie

Die Idee, dass Hanf das irische Handwerk stärken könnte, ist nicht neu. Sie kam erstmals 1866 auf, als George Sigerson eine Broschüre mit dem Titel „Cannabiculture in Ireland: Its Profit and Possibility“ (Cannabiskultur in Irland: Nutzen und Möglichkeiten) veröffentlichte, von der eine Kopie immer noch in der Nationalbibliothek Irlands aufbewahrt wird. Darin beschreibt Sigerson die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Hanf in Irland sowie die Beschaffenheit der Pflanze, ideale Bodenverhältnisse, Erntemethoden und vieles mehr.

Sigerson bestand darauf, dass Hanffasern ein „wertvoller“ Rohstoff seien, aus dem „Seile aller Art“, so auch „Fischernetze, Segeltücher, Säcke [… und] Leinwände“ hergestellt werden könnten. Er schrieb: „Für ein Inselreich wie unseres ist es offensichtlich, dass […] die heimische Kultivierung einer Pflanze, aus der solche Artikel hergestellt werden können, von größter Bedeutung sein sollte.“

Trotz Sigersons Enthusiasmus ist nie eine richtige irische Hanfindustrie entstanden. Es ist durchaus möglich, dass Hanf bereits vor 2000 Jahren angebaut wurde, aber historische Aufzeichnungen reichen nur bis ins 18. Jahrhundert zurück. Hanf war keine kommerzielle Kulturpflanze, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts neben Tabak als Windschutz-Maßnahme angebaut und Anfang der 1940er-Jahre als Lieferant von Vogelfutter verwendet. Aber seit den 1980er-Jahren wächst das Interesse an der Nutzung der Pflanze als Kulturpflanze und seit 1995 hat sich der Fokus auf Hanf als Energiequelle und die Herstellung von Faserplatten verlagert.

Hindernisse für Irlands Hanfindustrie

Bisher gibt es in Irland nur zwei Hanfunternehmen, die vollständig in irischem Besitz sind: Irish Health Oils, im Jahr 2008 vom Vater-Sohn-Gespann Luke und Mark McGuinness gegründet, und Canabaoil, im Besitz des Ehepaars Laura Foley und Daniel Lyons. Zur Zeit werden die meisten Hanfprodukte wie Öle, Mehl und Kleidung, die in Geschäften wie The Dublin Hemp Company und The Weed Solution erhältlich sind, aus Deutschland und Holland importiert.

„Bei uns dauerte es ein Jahr, bis wir die Lizenz zur Extraktion von CBD-Öl erhielten“, erklärt Foley. „Dass es so lange gedauert hat, lag unter anderem daran, dass noch niemand zuvor einen Antrag auf Ölgewinnung gestellt hatte. Wir mussten einen Businessplan erstellen, um aufzuzeigen, was wir mit den Nebenprodukten machen würden, und um zu zeigen, dass das Unternehmen überhaupt rentabel sein kann. Die Health Products Regulatory Authority (HPRA) arbeitete eng mit uns zusammen und stellte dabei auch Fragen, die bei der Entwicklung der Geschäftsidee von Bedeutung waren. Aber ja, es hat ein Jahr gedauert.“

Der Mangel an Maschinen zur Ernte und Verarbeitung von Hanf ist ebenfalls ein großes Problem. „Ich kenne Hanfbauern, die hektarweise Hanf anbauen“, sagt Foley, „aber am Ende der Saison können sie ihn nicht ernten. Selbst wenn sie es könnten, hätten sie niemanden, der ihnen den Hanf abkauft, weil niemand die Verarbeitungsanlagen hat, um ihn zu Produkten wie Öl oder Kraftstoff weiterzuverarbeiten.“

Irlands Hanfindustrie stärken

Bislang haben sieben Landwirte Lizenzen für den Hanfanbau erhalten, aber um in die nächste Phase zu gelangen, benötigen sie Investitionen in Verarbeitungsmaschinen. „Das erste, was wir brauchen, ist ein portabler Dekortikator“, sagt Ariane Forster, Inhaberin von The Weed Solution und Ausschussmitglied der Hemp Cooperative Ireland. „Das würde es uns ermöglichen, die Fasern aus den Pflanzen zu gewinnen, was die Türen zu einer ganz neuen Produktpalette öffnen würde.“

Argina Fuels, ein auf rauchfreie Kraftstoffe spezialisiertes Unternehmen, arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Hanfbriketts und hat bereits die Forschungsphase abgeschlossen. „Wir haben ein überzeugendes Konzept“, erklärt Robert Johnson, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Argina. „Hanfbriketts brennen und sind umweltfreundlich.“

Das Unternehmen ist bestrebt, das Produkt auf den Markt zu bringen, „aber um den Hanf effizient zu verarbeiten, muss er zunächst im Anbau-Betrieb zu Pellets gepresst werden. Dann muss er allerdings verschifft werden, damit er zu Kraftstoff weiterverarbeitet werden kann. Um dies selbst durchzuführen, bräuchten wir einen speziellen Kompressor – und momentan haben wir keinen. Es stellt jedoch eine potenzielle Investitionsmöglichkeit für uns dar.“

Bei der Gegenüberstellung von Nahrungsmitteln und Treibstoffen ist die Kostenfrage wichtig für die Industrie, denn „Kraftstoff ist das günstigste Produkt“, wie Johnson betont. Kulturen, die nicht zur Verwendung in Lebensmitteln gedacht sind, sind einfacher anzubauen, da sie nicht so viel Pflege oder Pestizide benötigen. Im Übrigen harmoniert Hanf perfekt mit dem aktuellen Verbrauchertrend zu nachhaltigen und veganen Produkten – eine weitere Gelegenheit.

All dies sind Themen, die die Hemp Cooperation Ireland angehen will, während sie gleichzeitig mit Universitäten zusammenarbeitet, um eine Bildungsinfrastruktur zur Unterstützung der zukünftigen Industrie zu entwickeln. Sie arbeitet mit verschiedenen Institutionen im ganzen Land zusammen, unter anderem mit einem Doktoranden am Limerick Institute of Technology, der erfolgreich Hanfbeton für den Einsatz als Baumaterial entwickelt hat.

Eine perfekte Mischung aus Tradition und  Moderne

Ein weiteres aufstrebendes irisches Hanfbeton-Unternehmen ist Hempbuild, das Unternehmen der Brüder Shane und Ronan McDermott. Vor Kurzem nahmen sie an einer Networking-Veranstaltung bei HempFlax teil, um ihr Wissen und ihre Erfahrung bei der Kombination traditioneller Bau-, Stuck- und Verputztechniken mit den einzigartigen Eigenschaften von Hanf zu teilen.

Auf die Frage „warum Hanf?“ hat Shane keine Hemmungen, die Gründe zu nennen, warum Hanf eine so perfekte Ergänzung zu seiner zwanzigjährigen Erfahrung mit traditionellem Kalkputz ist. „An erster Stelle, weil es ein Naturprodukt ist. Als wir uns den CO2-Fußabdruck anschauten […] so wie sich der Hanf während seines gesamten Lebenszyklus im Gebäude verhält und was er leistet, fiel uns auf, dass er letztendlich ein CO2-negatives Produkt ist. […] Er ist einfach zu handhaben, leicht und ziemlich stabil. Er ist eine perfekte Basis für atmungsaktive Putze und traditionellen Kalkputz. Seine Dämmeigenschaften in Kombination mit seinen thermischen Masseneigenschaften machen ihn zu einem idealen Material für Neubauten, Sanierungen und Renovierungen […] Es gibt viele [Gründe]!“.

Die irische Hanfindustrie vergrößern

Jim Miller sagt, dass es nicht schwierig sein wird, irische Landwirte davon zu überzeugen, den Wechsel zu vollziehen: „Die Kleinlandwirtschaft in Irland ist kaputt“, sagt er. „50 Hektar Ackerland reichten früher aus, um eine große Familie zu versorgen. Nun kommt man selbst mit 200 Hektar ins Strudeln. Heutzutage bekommen die Landwirte 82 Euro für einen Hektar Weizen. Das reicht nicht einmal für ein Abendessen in einem schönen Restaurant.“

Eine der Aufgaben der Hemp Cooperative Ireland besteht darin, die Landwirte zu ermutigen, den Wechsel vorzunehmen, aber das kann nicht passieren, solange die Maschinen für die Herstellung marktfähiger Produkte nicht verfügbar sind. Die Kooperative ist daher entschlossen, diesen Übergangsprozess in einem stetigen Tempo zu bewältigen, um sicherzustellen, dass ein plötzlicher Angebotsanstieg den Markt nicht überflutet, und der Branche gleichzeitig die für ihr Wachstum erforderliche Unterstützung zu bieten.

„Wir sind sind gut aufgestellt und bereit für den internationalen Markt“, sagt Ed Hanbidge, einer der Mitbegründer der Hemp Cooperation. „Wir konzentrieren uns nicht nur auf administrative Fragen wie den Erhalt von Lizenzen, sondern betrachten auch den Markt als Ganzes und sind bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten. Neben den einzigartigen Bodenverhältnissen und dem handwerklichen Erbe Irlands sind wir zwischen dem US- und dem EU-Markt ideal positioniert, um eine führende Rolle in der Hanfindustrie zu übernehmen.“

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Original Artikel: Irlands Hanfindustrie auf dem Vormarsch

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