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Das REVIRIDE-Hanf-Projekt könnte Italiens industrielles Kernland vor Verschmutzung bewahren
 10/09/2018 - 10:30:00

Auf den Spuren des niederländischen Industriehanfpioniers HempFlax macht ein italienisches Unternehmen große Fortschritte bei der Nutzung der erstaunlich vielseitigen Hanfpflanze, um nicht nur den Boden, sondern auch die Wirtschaft einer verschmutzten und krisengeschüttelten Region wiederzubeleben. Trotz Rückschlägen durch die Polizei und eine Ernte, die den Mähdrescher zerbarst, zeigt das Projekt erste Erfolge.

Im Jahr 2013 startete Hesalis, ein italienisches Unternehmen mit Sitz in Terni, einer Industriestadt im Herzen Italiens, eine Umweltinitiative mit dem Namen Reviride, um Schwermetalle und chemische Giftstoffe aus Ternis kontaminiertem Boden mithilfe von Industriehanf zu entfernen. Das Projekt war so erfolgreich, dass sechs weitere italienische Gemeinden es wiederholen möchten.

„Die Stahl- und Chemieindustrie hat im letzten Jahrhundert Toxine in den Boden

Das kurzfristige Ziel von Reviride – lateinisch für „wieder grün machen“ – ist es, die Phytosanierungseigenschaften der

Das Problem der

Im Jahr 2013 pflanzten sie die erste Hanfernte, aber es dauerte fünf Jahre, bis sie Erfolg hatten. „Das erste Jahr war katastrophal“, erklärt Petrucci. „Wir begannen mit Futura 75, die in Frankreich wunderbares Saatgut ist, weil sie sich an die Umgebung dort angepasst hat. In Italien sind die Bedingungen jedoch völlig anders und die Ergebnisse waren furchtbar.“

2014 war die Ernte nicht viel besser. Die Ernte war so schroff, dass sie „die Maschinen zerstörte“. Im Jahr 2016 tauchte die Polizei auf und schloss die Plantage. 2017 erfolgte dann die erste erfolgreiche Ernte. Es war auch das Jahr, in dem das Unternehmen durch ein Start-up-Beschleunigungsprogramm namens „ERG Regeneration Challenge“ ausgezeichnet wurde und die Werkzeuge zur Erweiterung seines Projekts erhielt.

Großer Hanf, große Herausforderungen, große Ziele

HempFlax ist es gelungen, von nur 140 Hektar Industriehanf im Jahr 1994 auf 2.500 Hektar im Jahr 2017 zu expandieren, mit dem Ziel, die Anbaufläche bis 2020 um weitere 1.000 Hektar zu erweitern.

Bis jetzt hat Hesalis zwei Hektar

„Wir haben hier Schwerindustrie, hohe Arbeitslosenquoten und viele kranke Menschen in Terni und diese Probleme werden nicht verschwinden, wenn wir keine Veränderungen herbeiführen. Eine Zentrum für Agrartechnik wird nicht nur zur Förderung des Umweltbewusstseins beitragen, sondern auch junge Talente zurück in das italienische Kernland locken.“

Hesalis unterteilt sein Hanf in Lebensmittel und Gegenstände. Die Nahrungsmittelpflanzen sind biologisch und die Ernten werden für essbare Produkte wie Öl und Mehl verwendet. Die auf verschmutzten Flächen geernteten Pflanzen werden für Biomasseprodukte wie Ziegel und Papier verwendet.

Industriehanf entfernt nicht nur Giftstoffe aus dem Boden – ein Hektar Industriehanf kann bis zu 18 Kilogramm Eisen und Blei extrahieren – er belebt das Anbaugebiet, das somit wieder für den Anbau weiterer Industriepflanzen genutzt werden kann. „Das Potenzial für Biomasseprodukte ist unbegrenzt. In Zukunft könnten wir Toilettenpapier für ganz Italien liefern, oder genug Ziegel, um 500 Häuser zu bauen.“

Von allen Herausforderungen, vor denen Hesalis stand, war die schwierigste, eine Sorte zu finden, die sich an das Klima und die Bodenverhältnisse in Terni anpasst. Aufgrund der EU-Vorschriften, wonach in Europa nur  vom European Seed Catalogue zertifizierte Hanfsamen mit einem THC– beziehungsweise Tetrahydrocannabinol-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent verwendet werden dürfen, sind alle europäischen Landwirte gezwungen, Samen derselben zentralen Samenbank zu verwenden.

„Das Problem ist, dass ein Hanfsamen, der sich so entwickelt hat, dass er in Ungarn großartig wächst, in Italien nicht gut wachsen kann, weil er nicht an unser Terrain und unsere Sonne angepasst ist. Um die Umweltprobleme Italiens wirklich bekämpfen und einen gesunden Lebensstil auf Hanfbasis fördern zu können, brauchen wir eine Pflanze, die italienisch ist.“

Das Problem wird durch ein Gesetz von 2017 noch verkompliziert, das den Anbau und Verkauf von Pflanzen mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,6 Prozent erlaubt, eine Situation, die nur in Italien existiert. Eine Sorte zu entwickeln, die ideal für italienische Wachstumsbedingungen ist, ist ein weiteres Ziel von Petrucci.

Hesalis hat eine Spendenkampagne mit einem Ziel von einer Million Euro gestartet, um die notwendigen Mittel für die Ausweitung des Projekts auf ganz Terni zu beschaffen. Hesalis arbeitet auch mit Partnern in der Toskana, der Emilia Romagna, dem Latium, Venetien, Apulien und Sizilien zusammen, die das Projekt in den jeweiligen Regionen ausweiten wollen.

„Das Projekt ist so konzipiert, dass es überall wiederholt werden und durch die Wiederbegrünung dieser vergessenen Brachflächen sowohl Arbeitsplätze schaffen und Einnahmen generieren als auch die Gesundheit verbessern kann. Wir wollen niemandem einen Thunfisch geben, wir wollen ihm das Fischen beibringen“, sagt Petrucci.

Sowohl Sensi Seeds als auch HempFlax wünschen Hesalis viel Erfolg bei diesem ehrgeizigen und ambitionierten Projekt! Natürlich werden wir unsere Leser weiterhin über neue Entwicklungen informieren. Kennen Sie andere Hanf-Projekte, die etwas Aufmerksamkeit in diesem Blog verdienen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

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