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Klinischer Endocannabinoidmangel
Autor: Dieter Klaus Glasmann  11/08/2018 - 06:12:00

Das Cannabinoid-System

Obwohl es erst mit der Forschung nach der Wirkung von Cannabis entdeckt wurde, besitzt unser Körper seit je her ein sogenanntes Endocannabinoid-System (ECS). Dieser Teil des Nervensystems besitzt Rezeptoren (CB1- und CB2Rezeptoren genannt), die durch Cannabinoide aktiviert werden. Zwar sind die bekanntesten Cannabinoide THC und CBD, jedoch produziert der menschliche Körper auch selbst Cannabinoide.


Und für diese Endocanabinoide ist das System gemacht, wobei es schon sehr faszinierend ist, dass eine Pflanze so viele dieser Stoffe produziert, mit welchen die Rezeptoren arbeiten können. Sind sie nicht in unserm Körper sondern von der Pflanze erzeugt, werden sie Phytocannabinoide genannt.

Die Rezeptoren

Der CB1-Rezeptor ist im zentralen Nervensystem zu finden und im Gehirn. Er ist verantwortlich für psychoaktive Effekte, wie sie zum Beispiel durch THC ausgelöst werden. CB2-Rezeptoren hingegen befinden sich außerhalb des Nervensystems im Immunsystem können keine Psychoaktivität stimulieren. Die unterschiedlichen Organe im Körper arbeiten entweder mit CB1 oder CB2, manche auch mit beiden Rezeptoren.

Der Mangel als Ursache

Endocannabinoidmangel ist bislang keine anerkannte Krankheit, jedoch wird sie seit ein paar Jahren als solche diskutiert. Auch als Ursache für andere Leiden kommt sie in Betracht, da das Cannabinoid-System für eine Balance sorgen soll. Und sollte durch den Mangel an einem Cannabinoid diese Balance nicht vorhanden sein, geht man davon aus, dass der Körper negativ darauf reagiert und sich dies in unterschiedlichen Krankheitsbildern manifestieren kann. Vieles deutet darauf hin, dass beispielsweise Migräne, Reizdarmsyndrom oder Fibromyalgie auf einen Mangel an Endocannabinoiden zurück zu führen sind.

Migräne

Migräne ist zwar eine seit langem bekannte Krankheit, doch bis heute ist sie nur mäßig erforscht und teilweise noch völlig unverstanden. Jedoch soll Migräne mit dem Serotoninspiegel zusammenhängen, welcher seinerseits wiederum vom Endocannabinoid Anandamid beeinflusst wird und eine schmerz-regulierende Funktion hat. Da THC in seiner Struktur Anandamid sehr ähnlich ist, kann es dessen Funktion ersetzen und therapeutisch bei Migräne eingesetzt werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die THC-Dosis ziemlich hoch sein muss, da eine zu niedrige Dosierung einen gegenteiligen Effekt auslösen und die Beschwerden verschlimmern kann.

Reizdarmsyndrom

Auch das Reizdarmsyndrom (RDS) scheint vom Serotoninspiegel abhängig zu sein und vom Endocannabinoidsystem beeinflusst zu werden. RDS kann unterschiedliche Ausprägungen haben, die sich in Tendenzen zu Durchfall (RDS-D) oder im Gegenteil, zur Verstopfung (RDS-O), äußern. Man hat festgestellt, dass Patienten mit RDS-D einen hohen, und mit RDS-O einen niedrigen Serotoninspiegel haben. Die Einnahme von Cannabis kann hier sicher Wirkung zeigen, jedoch ist mangels Studien unklar, ob diese positiver Natur sind. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Cannabis bei manchen Menschen Darmerkrankungen ausgelöst hat.

Fibromyalgie

Das Fibromyalgiesyndrom ist eine neuropsychiatrische Krankheit, die chronische Schmerzen, Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen auslöst. Auch hier soll Serotonin eine große Rolle spielen. Die Studienlage zur Fibromyalgie ist weit besser als zu den anderen beiden Krankheiten. In Forschungsergebnissen konnten 2008 und 2011 bereits Behandlungserfolge durch THC oder das THC-Derivat Nabilon nachgewiesen werden.

Kann auch CBD helfen?

Bei den drei genannten Krankheiten geht es in der Behandlung mit Cannabis um THC als Ersatz für Anandamid. Diese Funktion kann CBD nicht ersetzen, doch dies bedeutet nicht, dass CBD nicht unterstützend eingesetzt werden kann.

Die allgemein schmerzlindernde Funktion von Cannabidiol kann bei Mirgäne und Fibromyalgie etwas Linderung verschaffen und die entzündungshemmenden Eigenschaften können den Darm beruhigen. Und da diese Krankheiten mit psychischer Belastung einhergehen, kann auch die Entspannungswirkung von CBD bei allen drei Erkrankungen hilfreich sein.

Ein und die selbe Krankheit?

Da die unterschiedlichen Krankheitsbilder sowohl in ihren Ursachen so ähnlich sind, aber auch weil Patienten einer der Krankheiten oft auch Symptome der anderen aufweisen, liegt der Schluss nahe, dass der Endocannabinoidmangel eigentlich die Krankheit ist, und Reizdarmsyndrom, Fibromyalgie und Migräne nur die unterschiedlichen Ausprägungen. Über und über den Endocannabinoidmangel und die Behandlungen mit Cannabis wird in Zukunft sicher noch weiter diskutiert werden.

Der Beitrag Klinischer Endocannabinoidmangel erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Klinischer Endocannabinoidmangel

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