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Kleine Hanfkunde
Autor: Dieter Klaus Glasmann  29/07/2018 - 08:02:00

Da Cannabis sich international wachsender Akzeptanz und Legalität erfreut, kann man annehmen, dass derzeit mehr und Menschen ohne Erfahrungen sich neu mit dem Thema beschäftigen. Und gerade jene, die über den Weg zum Arzt auf Hanf gestoßen sind, sind mit dem Vokabular, das sich zusammensetzt aus Ausdrücken fremder Kulturen, aus wissenschaftlichen Fachbegriffen und auch Worten des Straßenjargons, etwas überfordert.

Und so macht es Sinn der wachsenden Akzeptanz zusätzlich Informationen an die Seite zu stellen um die Entwicklungen weiter zu fördern. Da Cannabis sich generationenübergreifender Beliebtheit erfreut, sollen auch Begriffe erklärt werden, die auch jüngeren Hanffreunden nicht geläufig sind. Die Missverständnisse beginnen bereits bei den Begrifflichkeiten für die Pflanze selbst.

Synonyme für Cannabis

Hanf, Cannabis, Marihuana, Gras, Weed, Ganja, Reefer, Dope, Pot, Hasch, Peace, Gras, Shit, Stoff, Pollen, Drogen, Hashish, Günter, Horst, Wiese, Rasen, Ott und viele mehr stehen synonym für die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze.
Cannabis selbst ist die semiwissentschaftliche Bezeichnung für die Hanfpflanze und die daraus gewonnenen Produkte (botanischer Name: cannabis sativa L.).

Medien versuchen gerne zwischen Marihuana und Hanf einen Unterschied darzustellen, so geschieht es aktuell im Fall Hanfbar in Braunschweig, wo CBD-reicher und THC-armer Hanfblütentee in Pressemitteilungen als Marihuana-Blüten beschrieben wird, wobei dies Synonyme für ein und dieselbe Sache sind. Marihuana klingt einfach nur krimineller und weniger nach Natur.

Bag

Auch als Weedbag wird gern ein mehr oder weniger kleines (Plastik-)Tütchen bezeichnet, das Marihuana beinhaltet.

Blättchen (auch Papers, Long Papes)

Zigarettenpapier zum Joint rollen. Die meisten wollen sie dünn und fein. Blättchen gibt es in unterschiedlichen Größen und als Endlospapier auf einer Rolle.

Bong

Ein Synonym für Wasserpfeife, andere sind: Hucka, Gerät, Rohr, Blubber, Flutsch, Flöte u.v.m.
Rauch wird durch ein i.d.R. mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen, dadurch wird er gekühlt und gefiltert. Außer Wasser wird auch Wasser mit Eis, Cognac, Whiskey etc. verwendet.

Bröseln

Zerkleinerung von Haschischs um die Einnahme vorzubereiten. Hierzu wird das Hasch mit dem Feuerzeug erwärmt und zwischen den Fingerspitzen zerrieben.

BtmG

Das deutsche Betäubungsmittelgesetz BtmG ist ein nicht ganz zeitgemäßes Gesetz, das in Deutschland den Umgang mit verschiedenen Rauschdrogen regelt. Laut BtmG zählt Cannabis zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln.

Cannabinoide

Cannabinoide sind eine Gruppe von Substanzen, die sich in der Hanfpflanze befinden. Es handelt sich dabei um Benzopyran-Derivate, die sich von einer Phenolcarbonsäure und einem Monoterpen ableiten.

Zu den Bekanntesten gehören:
CBDS – Cannabidiolsäure: Schwach sedativ (beruhigend) und antibakteriell wirksam.

CBD – Cannabidiol: antibakteriell, schmerzstillend, entspannend, dem psychoaktiven THC entgegenwirkend

THCS – Tetrahydrocannabinolsäure: Vorstufe des THC, isomerisiert beim Rauchen zu THC.

CBD

Cannabidiol (CBD) ist das nicht psychoaktive Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf. Medizinisch ist es besonders interessant, denn es wirkt entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Auch werden CBD antipsychotische Eigenschaten zugeschrieben.

Cannabis-Öl

Aus Hanf hergestellte Öle können durch sehr unterschiedliche Verfahren gewonnen werden. Cannabisöl ist nicht wasserlöslich und besteht überwiegend aus den Cannabinoiden, THC und ätherischen Ölen. Man muss stark unterscheiden zwischen Cannabis-Öl und Hanfsamenöl.

Wirtschaftlich interessant ist eben auch das aus den Hanfsamen gewonnene Öl. Man kann es an Stelle von Biodiesel verheizen, wobei es hier bessere Eigenschaften als Rapsöl aufweist. Reich an ungesättigten Fettsäuren ist es ein hochwertiges Speiseöl, welches teilweise gesünder ist als Soja-, Lein- und Sonnenblumenkernöl.


Chillum

Chillum ist ein indischer Ausdruck für eine röhrenförmige Tonpfeife. Diese sind mittlerweile etwas aus der Mode gekommen, bis in die 90er Jahre waren sie noch eher verbreitet.

CoffeeShop

Durch die Toleranzpolitik haben sich in den Niederlanden diese Gaststätten etabliert, in denen Cannabis gekauft und meist auch konsumiert werden kann.

Fermentation

Dies ist ein Verfahren, durch welches sich die Qualität von Marihuana steigern lässt. Die Pflanzenteile verrotten kontrolliert, wobei Mikroorganismen Stoffe wie Zellulose und Chlorophyll zersetzen. Das Marihuana bekommt dadurch einen besseren Geschmack. Auch der relative THC-Anteil steigt durch den Gewichtsverlust.

GrowShop/HeadShop

Grow- und Headshops verkaufen meist alles rund um Hanf, von Anbau Zubehör über Rauchutensilien bis hin zu Magazinen, Kleidung aus Hanf und Accessoires.

Indica

Das bezeichnet den Indischen Hanf (Cannabis indica). Er ist eine Cannabis-Art aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae).

Indoor / Outdoor

Der Anbau von Hanf in geschlossenen Räumen, Indoor, hat den Vorteil, dass optimale Bedingungen für die Pflanzen geschaffen werden können und so eine sehr hohe Qualität des Cannabis erreicht werden kann. Der Aufwand ist jedoch bedeutend höher als beim Outdoor Grow.

Joint

(auch Jolly, Dübel, Ottel, Tüte, Spliff)
Der gute, alte Joint ist eine selbstgedrehte Zigarette mit Marihuana oder Haschisch. 
Da ein durchschnittlicher Joint meistens zu viel für eine Person ist, bilden sich sogenannte Joint-Ventures. Früher wurde er in den deutschsprachigen Medien gern als „Haschischzigarette“ bezeichnet. Regional unterschiedlich wird pur konsumiert oder mit Tabak gemischt.

Kiffen

(auch Weed rauchen, dampfen, quarzen, qualmen, smoken, harzen, ziehen, dimpfen, knazen, barzen, buffen). So viele schöne Worte und mehr gibt es für den Konsum von Cannabis. Eigentlich stammt der Begriff Kiffen aus dem Arabischen kef(kayf) = Vergnügen, Freude , arbãbãn-e keyf = Genießer.

Pollen

Kann einerseits männlicher Blütenstaub der Hanfpflanze sein ein gelbes, lockeres Pulver. Kann zum gezielten Bestäuben weiblicher Pflanzen gesammelt werden. Unter der gleichen Bezeichnung finden wir auch eine Haschischsorte, die in der Regel hellgrün und leicht ist.

Sativa

Cannabis sativa wird auch Gewöhnlicher Hanf, seltener Echter Hanf, genannt. Eine Sativa ist auch eine Pflanzenart aus der Gattung Hanf innerhalb der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae), wie die Indica. Meist werden mit Sativa euphorisierendere Wirkungen in Verbindung gebracht als mit Indica.

Seed

Seed ist schlichtweg das Saatgut, also die Samen für den Anbau.

Sensimilla (oder Sinsemilla)

Marihuana ohne Samenkörner (spanisch: sin-ohne, semilla-Samen). Quaitätsmerkmal und unter Konsumenten geschätzt und erwartet. Sind die Hanfblüten bestäubt worden und bilden Samen aus, wird die weibliche Blüte für den Konsum mehr oder weniger unbrauchbar gemacht.

Skunk

Das englische Wort für Stinktier meint eine stark gezüchtete Marihuana-Sorte aus den Niederlanden. Der starke Geruch erklärt den Namen dieses Strains.

S.O.G.


Die Sea-Of-Green (SOG) Anbaumethode wurde in den 1980er entwickelt und kommt aus den Niederlanden. Das Ziel der Anbaumethode ist es, die Pflanzen möglichst schnell zur Erntereife zu bringen. Man pflanzt dazu mehr kleinere Pflanzen in kürzerer Zeit für größere Erträge. Die einzelnen Pflanzen sind nur etwa 45-50 cm hoch und bilden einen großen Head-Bud. Sie wachsen senkrecht nach oben ohne Seitenzweige zu entwickeln.

Stoned

Stoned ist, wer durch den Konsum von Haschisch oder Marihuana berauscht ist.

Strain

Der Strain ist eine bestimmte Sorte bzw. Züchtung unter den Hanfpflanzen. Das Interesse an neuen Kreuzungen ist sehr groß, es existieren auch Wettbewerbe, in denen Strains ausgezeichnet werden.

THC

Die Kurzform von Delta-9-Tetrahydrocannabinol, der psychoaktive Hauptwirkstoff der Hanfpflanze, ist THC.
Neben delta-9-THC gibt es auch delta-8-THC, welches aber ausschließlich durch
chemische Umwandlung (Isomerisierung) andere Cannabinoide entsteht. Delta-8-THC ist beständiger gegen Licht und Sauerstoff als Delta-9-THC.

Tip

Missverständlich kann auch der Satz: „Hast Du mir einen Tip“ sein, der bei einem Konsumenten den Wunsch nach einem Jointfilter ausdrückt.

Trichome

Trichome sind ein- oder mehrzellige Auswüchse der Epidermis einer Pflanze, die sich in Form von transparenten Härchen auf der Oberfläche formen. Eigentlich dienen sie unter anderem der Abwehr von Feinden, die Kenner von gutem Cannabis locken sie aber eher an.

Bei Cannabis scheiden die Trichomen ein Harz aus, welches die Pflanze vor Schädlingen schützt, vor dem Austrocknen, Hitze und Schimmel.

Vaporizer

Vaporizer, oder auch kurz Vape genannt, ist das englische Wort für Verdampfer. Vaporisatoren erweisen sich als zunehmend wichtige Geräte für die Einahme von Cannabis. Wer eine Kostenübernahme für Cannabis in der Tasche hat, kann oft auch einen Vaporizer von der Krankenkasse erstatten lassen. Durch erhitzen ohne Verbrennung ist die Einnahmeform gesünder als das herkömmliche Rauchen.

Der Beitrag Kleine Hanfkunde erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Kleine Hanfkunde

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