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Cannabis und Herpes
Autor: Christian Boedefeld  11/07/2018 - 09:00:00

Fast alle Menschen haben Herpes. Auch wenn der Virus nicht ausbricht, trägt ihn die Mehrheit der Menschen in sich. Es gibt bereits Studien, in denen das medizinische Potenzial von Cannabis hinsichtlich Herpesviren untersucht wurde.

 

Schätzungen zufolge tragen zwischen 50 und 90% der Menschheit den Herpesvirus Typ 1 in sich. Bricht er aus, kann dies überaus schmerzhafte und unangenehme Folgen haben. Herpes ist eine Infektion, die an verschiedenen Körperstellen auftreten kann. Zu den bekanntesten Formen von Herpes zählen Genitalherpes oder Bläschen an der Lippe, die neben Lippenherpes im Volksmund auch oft als Fieberbläschen bezeichnet werden.

Im Grunde sind Herpesviren eine Gruppe von rund 90 verschiedenen Virentypen, von denen die meisten jedoch bei Tieren auftreten. Es gibt jedoch auch ein paar Herpesviren, die beim Menschen aktiv werden und unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen können. Zu den bekanntesten Typen zählen:

  • Herpes simplex Typ 1 (HSV 1): eine Infektion mit diesem Erreger führt zu den typischen Symptomen von Lippenherpes
  • Herpes simplex Typ 2 (HSV 2): eine Infektion mit diesem Erreger führt zu Genitalherpes
  • Varizella-Zoster-Virus (VZV) bzw. Herpes Zoster: führt zu Windpocken und bei Reaktivierung zu Gürtelrose
  • Epstein-Barr-Virus (EBV): dieser Virus führt zu einer Erkrkankung namnes Mononucleosis infectiosa, besser bekannt als Pfeifferisches Drüsenfieber.
  • Zytomegalievirus (ZMV): kann zu Entzündungen der Netzhaut, innerer Organe, Fieber und geschwollenen Lyphknoten führen. Die Infektion verläuft häufig unbemerkt.

Herpesviren können auf unterschiedliche Art und Weise übertragen werden. Unser Körper infiziert sich über Speichel oder engen Hautkontakt mit den Viren. Zum Beispiel durch eine Tröpfcheninfektion beim Husten oder Sprechen.

Je nach Erreger zeigen sich die Symptome an verschiedenen Stellen des Körpers. Am häufigsten tritt eine Infektion mit dem Typ HSV1 und HSV 2 auf und es kommt zu den typischen nässenden und schmerzhaften Bläschen, die bei Typ 1 vor allem im Bereich von Lippen, Nase und Mund auftreten. Der HSV Typ 2 betrifft als Genitalherpes vor allem die Haut an den Geschlechtsorganen. Bis zu 90% aller Erwachsenen haben Antikörper gegen den Herpesvirus Typ 1 im Blut. Das bedeutet, sie sind bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen.

Das Varizella Zoster Virus verursacht Windpocken und Gürtelrose. Windpocken treten typischerweise bei Kindern auf. Das Virus bleibt im Körper und kann bei einer Immunschwäche nach einigen Jahren erneut ausbrechen. Dieses Mal äußert sich das Virus aber nicht als Windpocken, sondern als Gürtelrose (Herpes Zoster). Typisch dafür ist ein äußerst schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschenbildung.

Ekel als Auslöser

Einmal infiziert, bleibt der Virus auch ohne die Bildung von Symptomen lebenslang in unserem Körper und kann jederzeit eine Herpeserkrankung auslösen. Häufig kommt es aber auch zu Rückfällen und Lippenherpes tritt beispielsweise immer wieder an derselben Stelle auf. Wird unser Immunsystem durch Stress geschwächt, kann der Virus ausbrechen. Ekel ist Stress für unseren Körper und dieser verringert die Anzahl der Wächterzellen unseres Abwehrsystems. Das schwächt das Immunsystem und Herpesviren haben leichtes Spiel.

Bei der Behandlung von Herpes setzt die Schulmedizin auf sogenannte Virustatika. Diese Medikamente werden standardmäßig gegen verschiedene Typen von Herpesviren verschrieben und werden auch bei anderen Viruserkrankungen eingesetzt. Alle Virustatika versuchen, die Vermehrung der Viren zu unterbinden. Bei Herpes vertraut man auf Wirkstoffe wie Aciclovir (wie in Zovirax Creme gegen Lippenherpes enthalten), Famciclovir oder Valaciclovir. Obwohl der Stoff als sehr gut verträglich gilt, wird Aciclovir in höheren Dosen mit mentalen Problemen und Halluzinationen in Verbindung gebracht. Der Erfolg der Behandlung hängt dabei von der frühzeitigen Erkennung ab.

Cannabinoide und Herpes

Die Idee, das medizinische Potenzial von Cannabis für die Behandlung von Herpesviren zu nutzen, ist nicht neu. In einer Studie aus den 1980er Jahren wurden menschliche Zellen, die entweder mit dem Herpes simplex Virus Typ 1 oder Typ 2 infiziert waren in einem in vitro Versuch mit THC behandelt. Es zeigte sich, dass sich beide Viren nach der Verabreichung von THC nicht mehr weiter verbreiteten. Weitere Studien aus den darauffolgenden Jahren brachten ähnliche Ergebnisse ans Licht.

Im Jahr 1991 fanden Wissenschaftler heraus, dass THC die Infektion mit dem Erreger von Genitalherpes außerhalb des Körpers reduzieren und damit den Ausbruch der Krankheit potenziell verhindern kann. Eine in vitro Studie von 2004 ergab, dass eine Behandlung mit THC die Vermehrung der Viren der Herpesfamilie stoppen kann.

Eine kleiner angelegte Studie aus dem Jahr 2010 testete eine Gesichtscreme mit synthetischen Cannabinoiden gegen Post-Zoster-Neuralgie, eine schmerzhafte Nebenerscheinung von Gürtelrose, die von dem Herpes Zoster Virus ausgelöst wird. Es zeigte sich, dass die Behandlung mit synthetischen Cannabinoiden ein großer Erfolg ist. Fünf der acht TeilnehmerInnen beobachteten einen Rückgang ihrer Schmerzen um beeindruckende 87,8%, wobei keine gravierenden Nebenwirkungen beobachtete werden konnte.

CBD als Alternative zu herkömmlichen Herpesmedikamenten?

Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften von CBD sind schon lange kein Geheimnis mehr. Herpesmedikamente wirken entweder antiviral oder entzündungshemmend und Cannabidiol besitzt eine sehr starke antivirale und entzündungshemmende Wirkung.

Bricht das Virus aus, wird das umliegende Gewebe angegriffen und die betroffenen Zellen stark geschädigt. CBD kann sowohl die Entzündung als auch die Immunantwort, die durch den Ausbruch von Herpesviren ausgelöst wird, bekämpfen. Die entzündungshemmende Wirkung des Cannabinoids ist längst bestätigt und immer mehr Studien deuten darauf hin, dass es hilfreich bei der Zell- und Gewebereparatur sein kann und unser Immunsystem stärkt.

CBD ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid der Cannabispflanze und wirkt auf die Rezeptoren unseres Endocannabinoid-Systems, die im gesamten Körper verteilt sind. Die Hauptaufgabe dieses Systems besteht darin, die innere Homöostase zu regulieren und unser Immunsystem aufrecht zu erhalten. Nicht nur CBD besitzt antivirale und entzündungshemmende Eingenschaften. Auch THC, CBG (Cannabigerol), CBC (Cannabichromene) und CBN (Cannabinol) können sich für die Behandlung von Herpesviren eignen.

Zusammenfassung

Das Wort Herpes stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie kriechen, kribbeln. Die alten Griechen gaben der Krankheit den Namen aufgrund der schmerzhaften Bläschen, die beim Ausbruch des Virus auftreten. Immun dagegen ist man nicht und bei einmaliger Infektion bleiben Herpesviren für immer in unserem Körper. Es gibt bereits Studien aus der Vergangenheit, in denen die wachstumshemmende Wirkung von THC auf Herpesviren bestätigt wurde. Darüber hinaus scheinen die Eigenschaften von Cannabidiol für eine Behandlung bei einem Ausbruch der Viren geeignet zu sein. Dafür geeignet sind unter Umständen CBD-Cremes und Salben oder CBD-Öle, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die Wirkung von Cannabinoiden ist eine individuelle Sache und am besten findet man selbst heraus, mit welchen Produkten man die besten Ergebnisse erzielen kann.

Der Beitrag Cannabis und Herpes erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Cannabis und Herpes

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