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Cannabis und Autofahren in der Niederlande – Teil 2: Cannabis vs. Alkohol
 18/06/2018 - 10:45:00

Wer sich unter dem Einfluss von zu viel Alkohol oder Cannabis ans Steuer setzt, macht sich strafbar. Cannabiskonsumenten werden dabei besonders hart angepackt. Warum dies nicht zur Verkehrssicherheit beiträgt, zeigt eine exklusive, mehrteilige Serie von Cannabis News Network. Im Fokus von Teil 2: Cannabis vs. Alkohol.

Seit dem 1. Juli 2017 prüft die Polizei Autofahrer nicht nur mehr auf Alkohol, sondern auch auf andere Substanzen wie Amphetamine, Kokain und Cannabis. Wer einen bestimmten Grenzwert überschreitet, muss mit einer Strafe rechnen. Was zunächst vernünftig klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als höchst unfair.

Warum das niederländische Gesetz unfair ist

Für Alkohol existieren schon länger Tabellen, die bestimmten Alkoholwerten bestimmte Strafen gegenüberstellen. Entscheidend für die Höhe der Strafe ist das Ausmaß der Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit. Mit anderen Worten: Je mehr jemand getrunken hat, desto höher die Strafe.

Neu gibt es solche Tabellen auch für Cannabis. Doch aus irgend einem Grund greift der Gesetzgeber bei Cannabis viel härter durch als bei Alkohol.

Die Strafen fallen „unverhältnismäßig hoch“ aus, so Rechtsanwältin Ilonka Kaman im Gespräch mit Cannabis News Network. Schon bei 3 Mikrogramm THC pro Liter Blut (zum Vergleich: in Colorado beträgt der Grenzwert 5 Mikrogramm) beträgt die Strafe 850 Euro Buße plus Führerscheinentzug von einem halben Jahr. Dieses Strafmaß entspricht einem Alkoholwert von 1,6 Promille – mehr als das Dreifache der strafbaren Grenze!

Noch haarsträubender wird es, wenn man die Strafen für Mischkonsum betrachtet. In diesem Fall gelten die niedrigsten messbaren Werte, also 0,2 Promille und 1 Mikrogramm THC. Diese Blutwerte sind realistisch, wenn jemand vor einer Stunde ein Bier und vor 24 (!) Stunden einen Joint konsumiert hat.

So wirken sich Alkohol und Cannabis auf die Fahrtauglichkeit aus

Kaman kritisiert das geltende Gesetz scharf, weil es auf der Annahme beruht, dass Cannabis die Fahrtauglichkeit negativ beeinflusst. Ob das tatsächlich so ist, bleibt aber dahingestellt. Fundierte wissenschaftliche Studien fehlen, wie Professor Robert Verpoorte bestätigt.

Eine, die sich auf dem Gebiet auskennt, ist Saskia de Craen. Als Wissenschaftlerin setzt sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema Verkehrssicherheit auseinander. Genau wie Alkohol verzögert Cannabis die Reaktionsfähigkeit, was sich negativ auf die Fahrtauglichkeit auswirkt. Cannabiskonsumenten merken das und passen ihre Fahrweise entsprechend an. Sie fahren tendenziell langsamer und defensiver, wie Tests aus den USA zeigen.

Ganz anders sieht es beim Alkohol aus: Er enthemmt und sorgt dafür, dass Konsumenten Gefahren unterschätzen. Ein Blick auf die Unfallstatistiken verdeutlicht, welche Auswirkungen das hat. Da Craen schätzt, dass allein in den Niederlanden zwischen 75 bis 114 Verkehrstote pro Jahr auf das Konto von Alkohol gehen.

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Original Artikel: Cannabis und Autofahren in der Niederlande – Teil 2: Cannabis vs. Alkohol

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