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Patty Amiguet spricht über Frauen, Cannabis und REMA – das staatliche Netzwerk der Anti-Prohibitionistinnen
 15/06/2018 - 11:15:00

Frauen, Cannabis, Rema - Die Vertreterin von REMA, Patty Amiguet, spricht über die Situation von spanischen Frauen, die Cannabis und andere Drogen konsumieren, und wie sie sich organisieren, um etwas zu verändern.

Es ist nichts Neues, dass sich die Diskussion über Geschlechterrollen auch auf den Konsum von Cannabis und anderen Substanzen ausweitet. Immer mehr Frauen organisieren sich, um ihre Unsichtbarkeit und Marginalisierung in diesem Bereich anzuprangern. REMA ist ein Netzwerk von Anti-Prohibitionistinnen aus

Das Treffen der Cannabis Women auf der Spannabis 2016

Antwort: REMA wurde offiziell Anfang 2016 ins Leben gerufen. Ausgangspunkt waren die Meetings verschiedener Mitglieder von

Das erste Meeting der Muyeres-y-Cannabis-Plattform

A.: Mehr als ein Jahr lang haben wir Vorträge und Veranstaltungen besucht, zu denen wir eingeladen waren. Spätestens Mitte 2017 haben wir aber alle gemerkt, dass REMA und Cannabis Women eigentlich ein und dasselbe ist.

F.: Wie meinst du das genau? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe…

A.: Das überrascht mich nicht, denn auch ich war verwirrt, obwohl ich selbst dort war. Die Treffen fanden über Skype statt, wir waren hauptsächlich Leute aus Katalonien, aber es gab auch Teilnehmerinnen von den Kanarischen Inseln, aus Andalusien, Madrid, Kastilien etc. Cannabis Women war hauptsächlich eine Initiative katalanischer Frauen, aber, als sich andere Initiativen und Frauengruppen anschlossen, erkannten wir, dass REMA die Muttergesellschaft sein sollte, unter deren Schirmherrschaft alle möglichen Projekte entwickelt und gestaltet werden würden.

Wir haben auch die Frage geklärt, ob Männer teilnehmen dürfen. Die Einbeziehung von Männern war etwas, mit dem wir uns auseinandersetzen mussten und worüber es unterschiedliche Meinungen innerhalb unserer Gemeinschaft gab. Da REMA eine nicht-hierarchische Vereinigung mit selbstverwalteten und sich selbst finanzierenden Projekten ist, sollte im konkreten Fall jedes einzelne Projekt selbst über diese Frage entscheiden dürfen. Auf diese Weise konnten wir nach der Vollversammlung im November 2017 ein gemeinsames Verständnis der Organisation entwickeln.

F.: An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

A.: Im Moment können wir sagen, dass REMA aus drei Projekten besteht: Cannabis Women, ein Projekt, das sich mehr auf die akademische Seite konzentriert und normalerweise an vielen Vorträgen, Konferenzen usw. teilnimmt. Bei Muyeres y Cannabis handelt es sich um ein Projekt, das Cannabis Women ähnelt: ein Treffen von mittlerweile etwa 120 Frauen, das Tagungen organisiert und vor allem mit Vereinen aus dem Nordwesten kooperiert (Castilla und Leon, Asturien, Kantabrien…). Und dann gibt es da noch das Projekt

Einige Teilnehmerinnen der konstituierenden Sitzung von REMA

A.: Ja, am Anfang mussten wir uns auf das Anprangern konzentrieren, aber wir haben schnell verstanden, dass es eine schlechte Idee ist, Feindschaft und schlechte Stimmung zu erzeugen, denn was wir im Grunde fordern, ist einfach nur Gleichheit. Gleichheit zwischen Frauen und Männern, natürlich unter Berücksichtigung aller intrinsischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern.

Gleichheit in Bezug auf die Zugänglichkeit eines Produkts oder die generelle Gleichbehandlung… es ist unglaublich, dass, wenn eine Growshop-Besitzerin mit einem anderen Geschäftsmann sprechen möchte, es der Mann an ihrer Seite ist, der stattdessen angesprochen wird: „Hey, es ist meine Frau, die das Geschäft leitet und für den Verkauf oder das Growing verantwortlich ist.“ Das passiert uns ständig. Ich denke sogar, dass wir zuerst uns selbst umerziehen müssen, denn die bestehenden Vorurteile um uns herum beeinflussen unsere Denkweise, ohne dass wir es merken.

Also ja, es gibt Veränderungen, aber es gibt auch noch viel zu tun. Der Sektor ist nach wie vor überwiegend von Männern dominiert. In einer kleinen Umfrage, die wir letztes Jahr bei etwa 90 Unternehmen durchgeführt haben, haben wir festgestellt, dass es einige Frauen in mittleren Positionen gibt, dass aber die überwiegende Mehrheit der Führungspositionen von Männern besetzt ist. Es gibt zwar auch Gegenbeispiele, Frauen, die an der Unternehmensführung beteiligt sind. Generell herrscht aber noch ein großes Ungleichgewicht, obwohl es genug Frauen in der Branche gibt, die kein bisschen weniger begabt oder fähig sind als ihre männlichen Kollegen.

F.: Und wie sieht das bei den Vereinen und Verbänden aus?

A.: Dort ist es mehr oder weniger dasselbe. Die Vereinsbewegung ist meist männerdominiert, das sehe ich in meinem Alltag. Bei CATFAC-Versammlungen gibt es zwei weitere Frauen und mich. Und es gibt sehr wenige Frauen in den Vorständen, die mit Projektleitungen betraut werden. Es gibt eine eklatante Diskrepanz bei der Anzahl der beteiligten Männer und Frauen. Ich sehe auch, dass Mutterschaft Vorurteile und Probleme erzeugt.

Es gibt viele Frauen, die im Falle einer Schwangerschaft gezwungen sind, jede Führungsposition in einem Verband zu verlassen. Denn wenn Sie Ihrem Arzt sagen, dass Sie in einer Cannabis-Vereinigung arbeiten (und vielleicht auch, dass Sie Cannabis konsumieren), werden sie Sie sicherlich spätestens zum Geburtstermin Besuch vom Jugendamt bekommen. Es ist wirklich brutal hier in Katalonien und wir haben viele REMA-Kolleginnen, die damit Probleme hatten. Du trittst in eine Dynamik ein, in der du lügen musst und dich aus

Das REMA-Logo

A.: Ja, es gibt andere Organisationen, aber wir sind nicht wirklich koordiniert. Ich hatte die Gelegenheit, Frauen und Gruppen aus vielen Ländern zu treffen. Es gibt Cannabis-Frauen in Brasilien, Kolumbien, Uruguay, Argentinien… aber sie alle haben viel Arbeit in ihrem eigenen Land und es gibt nicht viel Koordination, obwohl es Verbindungen zwischen uns allen gibt. Viele von uns kennen sich nicht persönlich, aber wenn wir uns treffen, merken wir, dass wir viele Dinge gemeinsam haben und es fühlt sich an, als ob wir uns schon sehr lange kennen. Seit dem Auftreten von Cannabis Women habe ich viele Freunde in den sozialen Netzwerken gefunden, Menschen, die ich nicht persönlich kenne, mit denen ich aber über all das hier sprechen kann.

Also, wir sind noch nicht ausreichend koordiniert, aber ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt viele Gruppen in Südamerika. Es gibt NORML in den Vereinigten Staaten mit einer Frauen-Abteilung – und nicht zu vergessen Women Grow, eine Gruppe von Cannabis-Unternehmerinnen.

Es gibt das Cannafem-Netzwerk in Deutschland, das wir vor zwei Jahren auf der Spannabis bei dem von uns organisierten Treffen getroffen haben. Wir haben versucht, die Gruppen dazu zu bringen, sich zu treffen und in Kontakt zu treten. Und wir haben gesehen, wie aus diesem Treffen Projekte entstanden sind. Ich war letzten Oktober in Atlanta (USA) auf der Konferenz Drug Policy Alliance, und es waren viele Frauen aus allen Teilen der Welt beteiligt. In Uruguay gibt es sogar staatliche Subventionen.

F.: Und die Zukunft?

A.: Nun, eines der wichtigsten Ziele muss die Verbesserung der Koordination sein. Die Basis wird eine entschlossenere Kerngruppe sein. Es muss nur die Teilnahmegebühr bezahlt werden, ein symbolischer Betrag von zwölf Euro pro Jahr. Wir hätten auch gerne Unterstützer, die in der Lage sind, zu spenden. Darüber hinaus wollen wir ein jährliches Treffen organisieren, bei dem sich Männer und Frauen, die uns unterstützen, zusammenschließen können. Das Projekt nimmt zunehmend Gestalt an, aber es mangelt uns etwas an Zeit und Geld…

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Original Artikel: Patty Amiguet spricht über Frauen, Cannabis und REMA – das staatliche Netzwerk der Anti-Prohibitionistinnen

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