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Terpene im Cannabis
Autor: Robert Brungert  29/05/2018 - 04:00:00

Geruch, Geschmack, Wirkung

Wer immer wieder ganz verschiedene Cannabis Strains anbaut oder raucht, der hat immer wieder gleiche Gerüche in der Nase. Dabei können die Strains weit auseinander liegen. Auch THC armer Hanf kann diese immer wieder kehrenden Geruchsnoten aufweisen. Diese Gerüche sind nicht auf die Cannabinoide, sondern auf die Terpene zurück zu führen. Es handelt sich um eine eigene Stoffklasse innerhalb der Natur, die als Grundheinheit das Isopren aufweist. Es handelt sich um ein C5H8 Molekül, welches kein Terpen ist. In der Erweiterung dieses Moleküls sind bereits jetzt über 8.000 Terpene bekannt. Zudem gibt es über 30.000 Terpenoide.

 

Terpene sind also flüchtige Stoffe, die Gerüche ausmachen. Drogenhunde schlagen nicht auf THC, sondern auf eines der Terpene an. Beim Konsum spielen die Terpene eine entscheidende Rolle für den Geschmack, die Wirkung und auch die Heilwirkung. Für sich allein hat ein Terpen teils keine Wirkung oder Heilwirkung. In der Kombination mit Cannabinoiden, anderen Terpenen oder noch anderen Stoffen nehmen sie oftmals Einfluss auf die Wirkung und auch Heilwirkung. Bei vielen Terpenen ist man sich sicher, dass sie auch ohne Cannabinoide eine Heilwirkung entfalten oder beim „Gesundbleiben“ helfen.

Viele Terpene verflüchtigen sich bereits an etwas wärmeren Tagen in der aufgeheizten Wohnung, weswegen Marihuana immer kühl, dunkel sowie von Frischluft abgeschirmt gelagert werden soll. Auch der Anbauraum soll nicht zu warm werden, weil dann die Terpene vom noch reifenden Cannabis verloren gehen. Die Siedetemperaturen sind häufig deutlich über 100° Celsius. Wasser verflüchtigt, beziehungsweise verdunstet jedoch auch bereits unter seinem Siedepunkt.

Über 200 Terpene im Cannabis

Geht es um die genaue Anzahl, der im Cannabis entdeckten Terpene, so kann sich die Zahl täglich ändern. Da nicht jeder Strain die gleichen Terpene bildet, hat jeder Strain zugleich seine eigene Terpen-Matrix. Zugleich werden diese nicht in jeder Wuchs- oder Reifephase oder in jeder Anbausituation auf gleiche Weise gebildet. Es gibt jedoch Gerüche, die einem immer wieder in der Nase liegen, wenn an einer neuen Blüte gerochen wird. Gewisse Terpene sind also nicht generell, aber immer wieder im Marihuana vorhanden. Wie bei einem Wein gibt der Geruch schon einen signifikanten Eindruck über das Genusserlebnis.

Der Marihuanakonsum kann also sehr gut mit Weintrinken verglichen werden: Es gibt immer viele, denen jeder trockene oder halbtrockene Wein oder jeder Weiß- oder jeder Rotwein gleich schmeckt. Dann gibt es jedoch diejenigen, die mit großer Sorgfalt ihre Flasche wählen, am Wein riechen und einen Schluck nehmen, damit sich der Geschmack entfaltet. So machen es viele Marihuanakonsumenten mit ihren Marihuanaknollen, Haschbrocken oder Extrakten. Ohne die Terpene wäre diese Vielfalt hingegen überschaubarer.

Funktionen in der Natur

Terpene können verschiedene Funktionen innerhalb der Natur aufweisen. Die Pflanze hat immerhin einen Grund, weswegen sie diese bildet und ausströmen lässt. Sie möchte Schädlinge oder Pflanzenfresser abhalten, Bestäuber oder „Samen-Transporttiere“ anlocken und sich gegen Krankheiten wappnen. Dass einige Terpene zugleich in passender Kombination beim Menschen medizinisch wirksam sind, ist eher unbeabsichtigter Zufall.

Bei 8000 bekannten Terpenen und noch mehr terpen-nahen Verbindungen können Parfüm-Designer aus dem vollen schöpfen. Wenn nur jedes zehnte Terpen leicht zu gewinnen wäre, sich sinnvoll einsetzen ließe und in der Kombination untereinander wieder etwas Neues entsteht, wären es fast unendlich viele Möglichkeiten.

 

Typische Terpene im Cannabis

Wenn es im Cannabis hunderte Terpene gibt, so sind die meisten davon vermutlich unbedeutend oder in einer derart geringen Konzentration, dass sie dadurch unbedeutend werden. Deswegen finden sich mit einer Recherche nicht Informationen zu hunderten Terpenen der Cannabispflanze, es werden einige der relevanten Terpene hervor gehoben.

a-Pinen – kommt auch in Kiefernadeln vor und macht den Kiefernadelgeruch aus – Siedepunkt bei 156-158° Celsius
Es wirkt antibakteriell und hemmt damit Entzündungen, soll aber auch das Gedächtnis verbessern oder bei der Krebstherapie helfen. A-Pinen wirkt einigen Effekten vom THC entgegen. Es gibt auch ß-Pinen. a-Pinen ist besonders häufig in Skunk-Strains enthalten und macht den intensiven Geruch aus.

Linalool – kommt auch im Lavendel vor – Siedepunkt bei 196-198° Celsius, es wird mitunter den Terpenoiden zugeordnet
Dieses Terpen kann schmerzlindernd, krampflösend oder auch angstlösend wirken. Es scheint entzündungshemmend zu wirken und damit entzündete Tabakraucher-Lungen beim Rauchen abklingen zu lassen. Außerdem kann Linalool gegen Akne helfen.

ß-Caryophyllen – kommt auch im schwarzen Pfeffer oder Nelkenöl vor – Siedepunkt bei 260-261° Celsius, teils wird auch 199° Celsius genannt, es wird mitunter den Terpenoiden zugeordnet
Es kann entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken und schützt den Magen und auch restlichen Verdauungstrakt. Auch bei Arthritis oder Geschwüren kann ß-Caryophyllen helfen. Es kann nachweislich an die CB2 Rezeptoren andocken. Riechen die Marihuanablüten scharf und pfefferig, ist dieses ß-Caryophyllen enthalten.

Myrcen – kommt auch im Hopfen oder Thymian vor – Siedepunkt bei 167° Celsius, es wird mitunter den Terpenoiden zugeordnet
Wirkt in starken Indicas häufig als Einschlafhilfe und Muskelentspannend. Es scheint krebshemmend zu wirken und auch gegen Depressionen zu helfen.
Myrcen erinnert im Geruch an Zitronen, Mangos und Minze oder auch Moschus. Es kann im Cannabis mit ca. 50% innerhalb der ätherischen Öle einen großen Anteil ausmachen. Es geht mit THC einen Synergieeffekt ein, womit beide Stoffe einander in der Wirkung verstärken.

Limonen – kommt in Zitrusfrüchten oder Minze vor und macht hier den Geruch aus – Siedepunkt bei 176° Celsius, es wird mitunter den Terpenoiden zugeordnet
Eine antidepressive und angstlösende Wirkung kann beobachtet werden, es hilft auch gegen Sodbrennen, löst Gallensteine auf und hilft bei Magen-Darm-Beschwerden. Es wirkt antibakteriell, verhindert Oxidation und wirkt gegen Pilzerkrankungen. Auch dieses Terpen soll eine krebshemmende Wirkung aufweisen. Wenn Marihuana etwas fruchtig frisch nach Zitrusfrüchten riecht, ist gewiss Limonene enthalten.

Humulen oder a-Caryophyllen – kommt auch im Koriander oder Hopfen vor – Siedepunkt bei 166-168° Celsius
Die Wirkung ist antibakteriell, entzündungshemmend, sowie der Appetit gezügelt wird. Es gibt dem Bier sein besonderes Aroma.

Borneol – kommt auch im Kampfer vor und ähnelt dessen Geruch – Siedepunkt bei 210° Celsius, es wird mitunter den Terpenoiden zugeordnet
Antibiotisch, beruhigend sowie psychoaktive Effekte. Kommt in Silver-Haze Strains vor.

 

Der Beitrag Terpene im Cannabis erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Terpene im Cannabis

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