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Endogene Cannabinoide
Autor: Robert Brungert  07/03/2018 - 11:02:00

Unser Organismus, ein Krimineller?

Die Herstellung von Cannabis oder dem berauschend wirkenden Tetrahydrocannabinol ist in Deutschland bis auf Ausnahmen verboten. Unser Körper bildet endogene Cannabinoide. Das bereits 1992 entdeckte Anandamid ist dem THC sehr ähnlich. Ist unser Organismus damit ein Krimineller? Handelt die Mutter verantwortungslos, wenn sie ihrem Kind die Brust gibt, wobei doch in der Muttermilch endogene Cannabinoide enthalten sind?

Diese Fragen bleiben hier einfach mal ohne Antwort, um weiter auf endogene Cannabinoide einzugehen. Jedes höhere Lebewesen verfügt über ein Endocannabinoid-System, in dem es zum einen endogene Cannabinoide und zum anderen die Cannbinoid-Rezeptoren gibt. An diese Cannabinoid-Rezeptoren können auch exogene Cannabinoide andocken, die außerhalb vom Körper gebildet werden. Im Körper gebildete Cannabinoide werden hingegen als „endogen“ bezeichnet. Endogen ist innerhalb, exogen außerhalb vom Körper und als Begriffe auch in anderen Bereichen der Medizin gebräuchlich.

1992 wurde mit dem „Anandamid“ das erste endogene Cannabinoid entdeckt, inzwischen wurden auch „2-Arachidonylglycerol“, „2-Arachidonylglycerylether“ und „O-Arachidonylethanolamid“ entdeckt. Möglicherweise gibt es noch dutzende andere endogene Cannabinoide, die unser Körper selber produziert. Es handelt sich um Botenstoffe, die an den Cannabinoid-Rezeptoren andocken und eine Reaktion auslösen.

Das Endocannabinoid 2-Arachidonoylglycerol
 

Exogene und Endogene Cannabinoide

Es gibt unter den exogenen Cannabinoiden einmal die Phytocannabinoide und die synthetischen oder teilsynthetischen/künstlichen Cannabinoide. Die endogenen Cannabinoide sind als Produkt innerhalb von unserem Körper immer natürlichen Ursprungs. Hier hat man als Organismus jedoch keine großen Möglichkeiten, weniger oder mehr dieser endogenen Cannabinoide zu bilden, um z.B. eine angenehmere Wirkweise zu erzielen. Bei den exogenen Cannabinoiden besteht hingegen die Möglichkeit, diese in beliebiger Menge aufzunehmen, wenn sie denn in beliebiger Menge verfügbar sind. Da in der Marihuanablüte immer mehrere Cannabinoide zugleich vorkommen, wäre es für Normalanwender kaum möglich, von einem Cannabinoid mehr zu nehmen, ohne die anderen enthaltenen Cannabinoide ebenfalls aufzunehmen.

Würde unsere heutige Welt es jedoch wollen, dann wäre all das möglich, da die Cannabissorten zum einen auf Zuchtziele optimiert werden können. Zum anderen können die Wirkstoffe aus den Blüten als Reinstoffe gewonnen und dann sehr exakt dosiert werden.

Der Unterschied im Körper

Wenn exogene Cannabinoide eingenommen werden, dann werden sie vom Körper über die Lungen, den Darm oder über die Schleimhäute aufgenommen und gehen in das Blut über. Dieses erreicht den ganzen Körper und damit entfaltet sich die Wirkung der exogenen Cannabinoide ebenfalls im ganzen Körper. Eine Ausnahme wäre lediglich die äußere Anwendung bei Hautleiden.

Endogene Cannabinoide werden hingegen immer dort ausgeschüttet, wo sie wirken sollen. In der gleichen Körperregion, wo diese Wirk- oder Botenstoffe entstehen, gibt es die dazu passenden Cannabinoid-Rezeptoren. Solange es keine Botenstoffe gibt oder diese nicht andocken, bleibt die Reaktion der Rezeptoren aus, sie sind solange also inaktiv. Wenn sie jedoch reagieren sollen, werden die Botenstoffe ausgeschüttet, um sehr gezielt und räumlich begrenzt eine Reaktion auszulösen.

Delta-9-THC und Anandamid sind einander in ihrer Wirkung sehr ähnlich. Dieses THC ist das einzige Phytocannabinoid, welches berauschend wirkt und das High auslöst.

Wenn im Organismus Anandamid ausgeschüttet wird, dann nur regional. Würde man jedoch Anandamid von außen zuführen, ginge es über das Blut in den ganzen Körper und würde gewiss ebenfalls High machen. Der Name Anandamid wurde immerhin von Ananda abgeleitet, welches „Glückseligkeit“ bedeutet und aus dem Sanskrit stammt.

Dennoch kann es bei verschiedenen Erkrankungen eine sehr gute medizinische Wirkung entfalten, wenn dem Organismus THC zugeführt wird. Für die medizinische Wirkung reichen häufig Dosierungen, die nicht high machen, womit ein alltägliches Leben möglich bleibt.

Auch diese Blaumeise bildet endogene Cannabinoide
 

Unterschied zwischen gesund und krank

Bei einem gesunden Menschen werden in den verschiedenen Situationen genügend endogene Cannabinoide ausgeschüttet, damit der Körper normal funktioniert. In diesem sind Cannabinoide immerhin als Botenstoffe im Cannabinoid-System entscheidend, um viele verschiedene bewusst und unbewusst ablaufende Funktionen zu steuern. Bei einem kranken Menschen kann es in diesem Cannabinoid-System entweder an einer, oder an einigen Stellen einen Mangel geben. Es kann jedoch auch ein Mehrbedarf aufgrund der Erkrankung bestehen. In beiden Situationen macht es Sinn, die richtigen exogenen Cannabinoide in genügender Menge einzunehmen.

Darüber hinaus kann natürlich auch zum Vergnügen gekifft werden. Oder man nimmt einfach vorsorglich oder zur Entspannung CBD sowie andere nicht berauschende Cannabinoide. Der gesunde Mensch kann so viel nicht falsch machen, beziehungsweise würde damit dann meist von alleine schnell wieder aufhören. Beim kranken Menschen ist der Wirkunterschied jedoch größer, welche Cannabinoide in welcher Konzentration eingenommen werden. Einzelne Cannabinoide können bei einigen Erkrankungen kontraproduktiv wirken. Demnach kann zu viel THC bei psychotischen Erkrankungen schnell alles verschlimmern, die sich hingegen mit CBD sehr oft sehr gut behandeln lassen. Während man auf die endogenen Cannabinoide nicht viel Einfluss nehmen kann, da sie im Körper von alleine ausgeschüttet werden, kann mit exogenen Cannabinoiden großer Einfluss genommen werden. Genau darin liegen die Chancen in der Cannabinoid-Medizin.

Der Beitrag Endogene Cannabinoide erschien zuerst auf Hanf Magazin.

Original Artikel: Endogene Cannabinoide

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