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Decarboxylierung von THC und CBD – so aktiviert man Cannabis
 12/02/2018 - 13:18:00

Liebe geht durch den Magen. Kein Wunder also, erfreut sich Kochen und Backen mit Cannabis einer immer größeren Beliebtheit. Damit sich die pharmakologischen Wirkungen entfalten können, müssen THC und CBD decarboxyliert werden. Oder mit anderen Worten: Kein Erhitzen, kein Effekt!

Decarboxylierung ist ein schreckliches Wort. Viele von uns denken dabei an den ungeliebten Chemieunterricht zurück. Wer sich fürs Kochen und Backen mit Cannabis interessiert, sollte aber wissen, was es mit Decarboxylierung auf sich hat.

Doch fangen wir von vorne an: Cannabis besteht aus Hunderten von Cannabinoiden. Die bekanntesten von ihnen, THC und CBD, liegen in der Pflanze als so genannte Carboxylsäuren vor. Deshalb spricht man in dem Zusammenhang auch von THC-A (A steht für „acid“ = sauer) und CBD-A.

Wenn man diese Stoffe erhitzt, spaltet sich ein Kohlendioxid-Molekül von der Säure ab. Dieser Vorgang heißt Decarboxylierung oder Aktivierung. Es handelt sich dabei übrigens um einen natürlichen Zerfallsprozess, der durch das Erhitzen bloß beschleunigt wird.

Warum Sie Ihr Cannabis decarboxylieren sollten? Ganz einfach, weil nur so die pharmakologischen Wirkungen bzw. therapeutischen Effekte  erzielt werden können.

Richtig decarboxylieren – so geht es!

Grundsätzlich gilt: Je höher die Temperatur, desto schneller werden die Cannabinoide aktiviert. Wer einen Joint raucht, der decarboxyliert auch gleich sein Cannabis. Und selbst beim Dampfen mit einem Vaporizer reichen einige Sekunden aus, um THC-A in THC umzuwandeln.

Die verdampften Reste aus einem Verdampfer sind übrigens vollständig aktiviert und meist noch sehr potent. Sie können direkt verzehrt werden.

Beim Decarboxylieren sollte Cannabis nicht zu lange erhitzt werden, weil sonst wenig wirksame Abbauprodukte entstehen. Unerwünscht ist vor allem die Oxidation von THC zu CBN (Cannabinol).

Ein Patent des britischen Unternehmens GW Pharmaceuticals gibt Aufschluss über die optimalen Decarboxylierungsbedingungen: Es bezieht sich auf niedrige Temperaturen und eine relative lange Erhitzung. Das Verfahren gewährleistet, dass 95 % der sauren Cannabinoide in ihre phenolische Form umgewandelt werden und gleichzeitig wenig Abbauprodukte entstehen. Ein weiterer Vorteil: Die aromatischen Terpene bleiben erhalten. Terpene sind für den Geruch, Geschmack und nicht zuletzt die Wirkung von Cannabis verantwortlich.

Vorzugsweise sollte die Decarboxylierung in zwei Schritten durchgeführt werden: Zunächst das Cannabis kurz erhitzen, um Restwasser zum Verdampfen zu bringen. Anschließend wird das Pflanzenmaterial zweimal länger erhitzt. Optimale Ergebnisse liefern 15 Minuten bei einer Temperatur von 105 °C und danach 60 bis 120 Minuten bei 100 bis 110 °C.

Wenn Sie eine Cannabissorte mit sehr hohem CBD-Gehalt verwenden (per Definition > 90 % CBD im prozentualen Verhältnis zum gesamten Cannabinoidgehalt), sollte die zweite Phase bei 60 Minuten und 120 °C angesiedelt sein.

Tee, Butter oder Gebäck? Auf das Endprodukt kommt es an

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den oben erwähnten Hinweisen um optimale, im Labor erzeugte Bedingungen handelt. Falls Ihnen schon beim Lesen die Lust aufs Backen vergangen ist, möchte ich an dieser Stelle Entwarnung geben.

Es ist nicht nötig, die genauen Temperaturen und Zeiten einzuhalten. Je nach dem für was Sie das aktivierte Pflanzenmaterial verwenden möchten, gibt es lediglich gute und weniger gute Zubereitungsarten.

Nehmen wir mal an, Sie wollen einen Cannabistee zubereiten. Kochendes Wasser über die Blüten zu gießen und das Ganze 5 bis 10 Minuten ziehen zu lassen, wird die Cannabinoide nicht vollständig aktivieren. Bei 100 °C sollte das Pflanzenmaterial mindestens 1 Stunde erhitzt werden.

Eine gängige Variante ist das Material in einem verschraubten Einmachgals eine Stude im Wasserbad zu erhitzen. Das Resultat: Cannabis mit viel Aroma und hoher Wirkung!

Noch einfacher ist die Sache, wenn Sie leckere Kekse oder Kuchen backen möchten. Die meisten Backrezepte liefern nämlich nahezu optimale Ergebnisse. Wenn möglich keine Temperaturen über 155 °C wählen, dann beginnt THC zu verdampfen.

Für Cannabutter eignet sich die Methode mit dem Einmachglas im Wasserbad ebenfalls. Danach das aktivierte Pflanzenmaterial mit Butter und Wasser für mindestens eine Stunde kochen, die Blüten und Blätter aussieben und abkühlen lassen. Die wirksame Butter lässt sich nun von der erkalteten Flüssigkeit abschöpfen. Tiefgekühlt bleibt die Haschbutter sehr lange haltbar.

Und hier noch ein Tipp zum Schluss: Für optimale Ergebnisse sollten Sie das Pflanzenmaterial vor der Aktivierung zerreiben oder mahlen.

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Original Artikel: Decarboxylierung von THC und CBD – so aktiviert man Cannabis

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